Neuer Auftrag sichert Jobs bis März 2013

Die Werftarbeiter können vorerst aufatmen: Ihre Jobs sind vorraussichtlich bis März 2013 gesichert. An den 350 bereits angekündigten Entlassungen ändert der neue Auftrag nichts: 120 Werftarbeiter und 100 Mitarbeiter der Neuenfelder Maschienenfabrik mussten zum 1. Februar ihren Hut nehmen. Bis Mai sollen weitere 130 Werftarbeiter entlassen werden. Fotos: as

Sietas-Werft: Holländisches Unternehmen bestellt Windkraft-Errichterschiff

Erleichterung auf der Sietas- Werft: Das Holländische Wasserbau-Unternehmen Van Oord lässt ein Spezialschiff von der ins Straucheln geratenen Traditionswerft bauen. Mit dem Schiff will das Unternehmen Windräder auf hoher See errichten. Der Neubau soll bis zum Frühjahr 2013 fertig sein, und nur so lange hat Sietas genug Arbeit für die bereits um ein Drittel reduzierte Belegschaft. Die Suche nach einem Investor, der die Zukunft der Werft langfristig sichern soll, geht also weiter.
Der Auftrag aus Holland ist nicht neu: Van Oord bestellte das Spezialschiff bereits 2010. Mit seiner Entwicklung waren die Sietas-Konstrukteure vor der Insolvenz im November vergangenen Jahres fertig, doch für den Bau war nicht mehr genug Eigenkapital vorhanden. „Unser Ziel war es immer, das Schiff auch zu bauen. Das können wir jetzt tun“, freut sich Rüdiger Fuchs, Bevollmächtigter des Insolvenzverwalters. Gemeinsam mit Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann hatte Fuchs lange mit Van Oord über die Konditionen verhandelt. Schließlich haben sich die Holländer auf einen im Schiffbau ungewöhnlichen Vertrag eingelassen: Sie schießen die Baukosten von voraussichtlich mehr als 100 Millionen Euro vor und übernehmen damit das finanzielle Risiko. Zudem muss Sietas nicht draufzahlen, sollte das Schiff nicht rechtzeitig fertig werden. Wird es früher fertiggestellt, gibt es sogar einen Bonus.
Warum Van Oord bereit ist, Sietas einen Auftrag unter diesen Bedingungen zu erteilen, erklärte Peter Bunschoten, Technischer Direktor des Unternehmens auf einer Pressekonferenz vergangene Woche. Sein Unternehmen hätte Windkraft-Errichterschiffe auch in Asien in Auftrag geben und sei mit der Qualität und den häufigen Verspätungen unzufrieden. „Wir setzen auf die Sietas-Werft“, bekräftigte Bunschoten sein Vertrauen in die Neuenfelder. Ist man mit dem Schiff zufrieden, werde man noch ein weiteres in Auftrag geben.
Für 350 Mitarbeiter der Werft und der zur Sietas-Gruppe gehörenden Neuenfelder Maschinenfabrik dürfte der neue Auftrag nur ein schwacher Trost sein: Sie sind ihre Jobs dennoch los. „Wir werden sie nicht alleine lassen“, sagte Peter Bökler, Betriebsratsvorsitzender der Sietas-Werft. Mit Unterstützung der Wirtschaftsbehörde versuche man so viele von ihnen wie möglich an andere Unternehmen zu vermitteln. „13 ausgelernte junge Leute hat Mercedes bereits übernommen“, freute sich Eckard Scholz von der IG Metall. An einem Sozialplan für die gekündigten Werftarbeiter werde zurzeit noch gearbeitet.
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