Neuenfelder Schützenverein wird 100 Jahre alt

In den ersten Jahrzehnten war eine Mitgliedschaft im Schützenverein Neuenfelde und der Umgang mit einem Gewehr reine Männersache. (Foto: Foto: pr)

Neuenfelde: Gastwirt Willy Bundt ebnete den Weg ins Vereinsleben

von Sabine Deh, Neuenfelde
Anfang des 20. Jahrhundert war in Neuenfelde das Thema „Gründung eines örtlichen Schützenvereins“ in aller Munde. Das Unternehmen scheiterte aber immer wieder an der Standortfrage. Erst als Gastwirt Willy Bundt sich Ende 1911 bereit erklärte, auf seinem Grund und Boden einen Schießstand zu bauen und diesen der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, konnten Nägel mit Köpfen gemacht werden. Im Gegenzug erklärte sich der Vorstand vom neu gegründeten Schützenverein Neuenfelde bereit, alle Veranstaltungen in den kommenden 25 Jahren im Hause Bundt zu feiern.
So kam es, dass Ende Januar 1912 die erste protokollierte Versammlung des Schützenvereins, geleitet durch den damaligen Vorsitzenden Hinrich von Riegen, tatsächlich im Gasthaus Bundt stattfand. Im Sommer wurde mit Peter Suhr der erste König der Vereinsgeschichte proklamiert. Bereits im Gründungsjahr konnte der Verein eine Mitgliederzahl von 72 in den Geschäftsbüchern notieren. Während des Ersten Weltkrieges ruhte die Vereinsarbeit. Im Sommer 1919 wurde in Neuenfelde das erste Schützenfest nach den schrecklichen Kriegstagen gefeiert. Auch während des Zweiten Weltkrieges wurde die Vereinsarbeit eingestellt und erst im Jahre 1950 wieder aufgenommen.
Neben dem Traditionsschießen gewann in den folgenden Jahren das sportliche Schießen immer mehr an Gewicht, und bereits 1957 konnte eine Neuenfelder Mannschaft zu den Kreisrundenwettbewerben gemeldet werden. Mitten in die Vorbereitungen zur 50-Jahr-Feier schreckten in der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 auch die Menschen in Neuenfelde aus dem Schlaf. Bei dieser Naturkatastrophe wurden die neue Schützenhalle und der Schießstand schwer beschädigt. Das geplante Jubiläumsfest musste verschoben werden.
In den 1960er Jahren machte die Gleichberechtigung auch vor dem Schützenwesen nicht halt. Auf Antrag des damaligen Schützenkönigs Hermann Bartels wurde schließlich 1966 eine Damenabteilung gegründet. Dieser Schritt war zunächst äußerst umstritten. Heute gehören 116 weibliche Schützen dem Verein an. Zehn Jahre später wurde der erste Spielmannszug aus der Taufe gehoben. Im März 1983 wurde der Grundstein für das neue Schützenheim am Arp-Schnitger-Stieg gelegt, in dem auch heute noch ein reges Vereinsleben gepflegt wird. Der Schützenverein Neuenfelde gehört in seinem Jubiläumsjahr 2012 mit 425 Mitgliedern zu einem der größten Vereine im Landesverband Hamburg und Umgebung.
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