Neuenfelde: 462 neue Bewohner

Im nächsten Februar sollen dort Zuwanderer und Wohnungslose in die Container auf dem Pella Sietas-Gelände einziehen. (Foto: lenthe)

Flüchtlinge und Wohnungslose sollen in Container auf dem Sietas-Parkplatz im Februar 2016 einziehen

Andreas Göhring, Neuenfelde – Die Bevölkerung des alten Elbdorfs Neuenfelde wird schon im Februar 2016 um über zehn Prozent wachsen. Dann bekommen die 4.562 „alteingesessenen“ Bürger neue Nachbarn: Auf dem Werksparkplatz der Sietas-Werft sollen zwölf zweistöckige provisorische Gebäude aufgestellt werden, die aus jeweils sieben Wohncontainern, zwei Sanitärcontainern und einem Küchencontainer bestehen und Platz für insgesamt 462 Zuwanderer und wohnungslose Menschen bieten. Das hat Jan Pörksen, Staatsrat der Innenbehörde, dem Bezirk Harburg in einem Schreiben mitgeteilt.
Pörksen macht auch gleich unmissverständlich klar: Gegen diese Entscheidung lässt sich nichts mehr machen. Der Senat habe beschlossen, die Einrichtung unter Anwendung des Gesetzes zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (SOG) zu bauen. Im Klartext: Um Obdachlosigkeit zu vermeiden, wird das Polizeirecht angewendet. Ein Baugenehmigungsverfahren wird es nicht geben. Vermessungsarbeiten und Untersuchungen des Baugrunds haben schon begonnen, die eigentlichen Bauarbeiten sollen in der ersten Novemberwoche starten.

Werft läuft nicht gut, es gibt zu viele Parkplätze

Wegen der nach Einschätzung des Staatsrates Pörksen ungünstigen Auftragslage musste die Werft Personal abbauen. Deshalb werden große Bereiche des Werksparkplatzes nicht mehr benötigt. Die Pella Sietas GmbH hat mit fördern & wohnen einen Vertrag über die Nutzung von rund 6.000 Quadratmetern geschlossen. Laufzeit: fünf Jahre, mit einer Option auf Verlängerung um weitere fünf Jahre.
In seinem Schreiben an den Bezirk betont Staatsrat Pörksen, dass mit diesem Standort einem ausdrücklichen Wunsch der Bezirksversammlung nachgekommen worden sei. Tatsächlich hatten alle Fraktionen die massive Konzentration von Erstaufnahme und Folgeeinrichtungen im Harburger Zentrum kritisiert. So war der Wunsch nach einer besseren Verteilung entstanden, verbunden mit der Bitte, auch Einrichtungen im Bereich Süderelbe zu errichten. Was mit dem geplanten Dorf für 3.000 Zuwanderer in Neugraben-Fischbek erfüllt worden ist.
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