Neue Wohnungen am Köhlfleet Hauptdeich?

Der Köhlfleet Hauptdeich könnte eine beliebte Adresse in Finkenwerder sein. Schließlich liegen die Elbe und der Kutterhafen gleich gegenüber. (Foto: Annekatrin Buruck)

Finkenwerder: Wohnungsbauoffensive des Senats bringt Behörden zum Umdenken

von Annekatrin Buruck
Der Köhlfleet Hauptdeich in Finkenwerder ist wahrlich kein Schmuckstück. An seiner südlichen Seite reihen sich Garagen, eine große Halle, die Paketstation der Post und eine Spielhalle aneinander. Der Wunsch vieler Finkenwerder, dort Wohnungen zu bauen, scheiterte bisher am Veto der zuständigen Behörden.
Das ehrgeizige Wohnungsbauprogramm des Senats hat nun Bewegung in die Sache gebracht. „Die Hamburger Wirtschaftsbehörde und die Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA) haben ihren Widerstand gegen eine Änderung des dort gültigen Bebauungsplans zumindest teilweise aufgegeben“, freut sich der Finkenwerder Bezirksabgeordnete Ralf Neubauer (SPD). Bisher ist das Gelände nämlich als Gewerbegebiet ausgewiesen, eine Wohnbebauung damit ausgeschlossen. Die Belange des Hafens dürften nicht beeinträchtigt werden, war bisher die Begründung von Wirtschafts- behörde und HPA.
„Dieser Plan ist nicht mehr zeitgemäß“, kritisiert Ralf Neubauer. Auch die Finkenwerder CDU unterstützt einen Wohnungsbau an dieser Stelle, „vor allem auch, weil die geplante Westerweiterung des gegenüber liegenden Eurogate-Terminals nicht so nah an Finkenwerder heranreichen wird, wie ursprünglich geplant“, erklärte Matthias Lloyd, CDU-Chef im Finkenwerder Regionalausschuss.
Besonders gut stehen die Chancen für den Abschnitt zwischen der Kreuzung Ostfrieslandstraße/Steendiek und der Straße Müggenloch, wie HPA-Sprecher Alexander Schwertner bestätigte. Zuvor muss jedoch ein Lärmgutachten klären, ob es zu Konflikten mit dem Hafengebiet oder den Gewerbebetrieben zwischen Müggenloch und Kanalstack kommen könnte. „Wenn das Gutachten positiv ausfällt, kann der Bezirk den Bebauungsplan ändern“, erklärte Schwertner.
Für den anschließenden Bereich zwischen Müggenloch und Kanalstack sieht er die Chancen allerdings erheblich schlechter. „Da wird aus Lärmschutzgründen wohl nichts gehen“, befürchtet der HPA-Sprecher.
Damit kann die Finkenwerder SPD vorerst leben, allerdings müsse man langfristig auch dieses Gebiet ins Auge fassen, so Neubauer. „Sonst tut sich da für lange Zeit gar nichts.“
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