Neue Gartenstadt mit 2.000 Wohnungen

So sieht der Siegerentwurf für die Bebauung der Fischbeker Reethen aus. Gut zu sehen: Alte Wegeverbindungen und Bäche sollen erhalten bleiben. (Foto: Grafik: KCAP)

Siegerentwurf für die Bebauung der Fischbeker Reethen vorgestellt

Andreas Göhring, Fischbek – Ein Wohnquartier am Stadtrand muss keine seelenlose Anhäufung von Betonklötzen sein. Der Rotterdamer Stararchitekt Kees Christiaanse beweist es. Gemeinsam mit seinem Architektenteam und „Kunst + Herbert: Büro für Forschung und Hausbau“ hat er den Wettbewerb um die Gestaltung des neuen Wohn- und Gewerbegebiets „Fischbeker Reethen“ zwischen Sandbek-Siedlung und Neu Wulmstorf gewonnen.
Die Aufgabe war nicht gerade einfach: Auf dem rund 70 Hektar großen Areal sollten hälftig Wohnungen und Gewerbebauten untergebracht werden. Es sollten aber auch mehrere alte Wegeverbindungen und das Flüsschen Reethenbek erhalten bleiben.

Weniger Autos, dafür mehr Fußgänger und Radfahrer

Und da der Senat ein ehrgeiziges Bauprogramm für bezahlbaren Wohnraum aufgelegt hat, sollen gut 2.000 Wohneinheiten entstehen, die Hälfte davon
besonders günstig – am besten zu einer Miete von acht Euro pro Quadratmeter. Schließlich: Im Nordosten des Areals gibt es ein ausgedehntes Torfgebiet, das die Bebauungsmöglichkeiten erheblich einschränkt.
Christiaanse und seinem Team scheint das hervorragend gelungen zu sein. „Sie haben die Idee der Gartenstadt neu interpretiert“, schwärmt Oberbaudirektor Jörn Walter.
Die bestehenden Landschaftsachsen blieben nicht nur erhalten, sie würden auch fingerartig in das Gebiet verlängert und zum Teil erweitert. Das gelte auch für die vorhandenen Wasserläufe. Besonders attraktiv: ein kleiner See in der „blauen Mitte“ des Quartiers.
Um ihn herum soll ein Zentrum mit Schule und Geschäften entstehen.
Der Clou ist aber die „Gründerstraße“, die den Gewerbebereich vom Wohnbereich trennen soll: Auf der Wohnseite sind auch kleine Läden vorgesehen, die andere Seite soll für nicht-störende Gewerbe reserviert werden und hochwertige Fassaden bekommen. Produzierendes Gewerbe und Handwerker können sich dann entlang der Bahn im Norden der Reethen ansiedeln – für Lastwagen über eine Straße zu erreichen, die sie um das Wohnquartier herumführt.
Bezirksamtsleiter Thomas Völsch ist besonders begeistert von der Idee eines Stadtteils, in dem es nicht so viel Autoverkehr gibt, man alles gut zu Fuß erreichen kann. Die Fischbeker Reethen sollen also eine „walkable city“ werden. „Da entsteht ein gutes Netzwerk für Radfahrer und Fußgänger“, freut sich Völsch.
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