Neue Bewohner für alte Wache

36 jugendliche Flüchtlinge von insgesamt 84 werden in der ehemaligen Wache Nöldekestraße auf drei Etagen verteilt. (Foto: sl)

36 jugendliche Flüchtlinge sollen in der Nöldeckestraße untergebracht werden

Bernhard Bruno, Wilstorf - Nein, eine Erfolgsgarantie könne er nicht geben. Dennoch ist Klaus-Dieter Müller, Geschäftsführer des Landesbetriebs Erziehung und Beratung (LEB), davon überzeugt, das richtige Konzept zu haben wie man Jugendliche gegen die Verführungskünste von Salafisten immun machen kann. Müller musste im Sozialausschuss der Bezirksversammlung Rede und Antwort stehen, weil der LEB 84 minderjährige Flüchtlinge ohne Angehörige in der ehemaligen Polizeiwache Nöldekestraße und in drei neuen „Modulhäusern“ an der Cuxhavener Straße unterbringen will.
Die jugendlichen Flüchtlinge – alle unter 18 Jahre alt – stammen vor allem aus Afghanistan und den Krisengebieten in Afrika. Einige von ihnen sind auf der Flucht von ihren Familien getrennt worden, viele haben sich auch allein auf den Weg gemacht. Allen ist gemeinsam, dass sie ihre Heimat unfreiwillig verlassen haben und nun auf der Suche nach einer Lebensperspektive sind.
Britt-Meike Fischer-Pinz von der CDU und andere Ausschussmitglieder zweifelten daran, dass die Jugendlichen ausgerechnet in der Nöldekestraße eine Perspektive entwickeln können. Tatsächlich ist die Lage mitten in einem Gewerbegebiet am Rand der Stadtautobahn nicht gerade ideal. Dazu geraten die Jugendlichen in ein aggressives Milieu mit der Nähe zu Drogenkonsumenten. Außerdem liegt die vom Verfassungsschutz beobachtete Taquwa-Moschee nur einen Steinwurf entfernt an der Ecke Anzengruberstraße/ Reeseberg. Sieht Müller da keine Gefahr? „Wir haben pädagogische Mittel darauf hinzuweisen, dass der Weg der Salafisten nicht der richtige ist“, sagte Müller. Und er fügte hinzu: „Wir werden sehen, ob das erfolgreich ist.“
Patentrezepte gibt es sicher nicht. In der aktuellen Lage zählen ganz andere Kriterien. Müller: „Die Not ist so groß, dass wir nahezu jede Unterkunft nehmen müssen, die wir kriegen können.“ Die Zahl der minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge sei in den vergangenen Wochen dramatisch angestiegen. Allein am letzten Wochenende seien 19 Jugendliche in Hamburg angekommen.
Nun muss die Bezirksversammlung entscheiden, ob der LEB wie geplant in der Nöldekestraße und in der Cuxhavener Straße die jungen Flüchtlinge unterbringen kann.
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