Nachbarswohnung ist total verwahrlost

Immer wieder stehe die aufgebrochene Tür offen, berichtet Nachbarin Anneliese Haas. Wer hier vorbei geht, kann sich das Chaos anschauen.

Mieterin am Soltauer Ring 10 beschwert sich seit Jahren über Lärm und Dreck – Vermieter, Polizei und Bezirksamt wissen von nichts

In einer Wohnung im Soltauer Ring 10 herrscht das Chaos: Die Eingangstür ist aufgebrochen, jedes Fleckchen Fußboden übersät mit Essensresten, leeren Bier- und Wodkaflaschen, dreckigem Geschirr, alten Zeitungen und unzähligen ungeöffneten Briefen. Kurz: Die Wohnung im 13. Stock des Hochhauses ist total verwahrlost. Und von den Mietern fehlt jede Spur. „Hier haben zwei Mädchen gewohnt. Vor zwei Jahren sind sie ausgezogen und haben die Wohnung Bekannten überlassen. Seitdem gehen hier Punker und Penner ein und aus“, berichtet Anneliese Haas.
Die Rentnerin lebt schon seit 15 Jahren im 11. Stock des Hauses. Sie versuche seit zwei Jahren vergeblich, ihren Vermieter, die Essen KG, zum Eingreifen zu bewegen. „Da heißt es nur, wir bekommen pünktlich die Miete und können nichts unternehmen“, sagt die 67-Jährige und fügt verärgert hinzu: „Aber die Miete zahlt doch das Amt.“ Ob das stimmt, will die Arbeitsagentur nun prüfen. „Aus Datenschutzgründen können wir dazu jedoch nichts sagen“, sagt Sprecherin Kirsten Maaß.
Haas und ihre Nachbarn haben wiederholt die Polizei gerufen – wegen der aufgebrochenen Tür, Partylärm oder weil dort Hunde stundenlang gebellt haben.
„Auch die Polizei sagt, sie kann nichts tun“, berichtet Haas. Polizei-Sprecherin Karina Sadowsky erklärt: „Solange keine Gefahr für Menschen besteht, greifen wir nicht ein.“ Allerdings liegen der Polizei weder für Juni noch Juli Berichte über Einsätze in der besagten Wohnung vor.
Auch dort weiß man nichts von der verwahrlosten Wohnung. Bezirksamt-Sprecherin Bettina Maak: „Der Wohnraumschutz kann erst dann tätig werden, wenn eine Gefährdung Dritter droht. Dies scheint nicht der Fall zu sein, da auch die Polizei bisher nicht tätig geworden ist. Von daher haben wir aktuell keine Handhabe, hier tätig zu werden.“
Anneliese Haas will nicht untätig bleiben und plant jetzt, das Gesundheitsamt einzuschalten. „Da liegen Essensreste, das ist unhygienisch. Das Ungeziefer krabbelt doch auch in unsere Wohnungen“, ärgert sie sich.


Das sagt die Essen KG:
Vom Vermieter heißt es knapp: „Es handelt sich bei der beschriebenen Wohnung um ein unauffälliges Mietverhältnis, welches bisher keinen Anlass für ein rechtliches Agieren gegeben hat. Die Verwaltung hat die rechtlichen Bestimmungen zu beachten. Es ist zu bedauern, dass eine langjährige Mieterin Auffälligkeiten nicht direkt der Verwaltung meldet, sondern den Weg über die Presse wählt.“
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