Moorburger Kate droht Abriss

Die Finanzbehörde will die historische Kate abreißen lassen. Eine Sanierung sei zu teuer, heißt es.

Trotz Denkmalschutz will die Behörde das historische Gebäude nicht erhalten

Hinter dem Bauzaun erinnert nur ein Blumentopf mit rot blühenden Rosen an die Familie, die in der alten Kate am Nehusweg 1 gelebt hat. Auch das Anfang des 19. Jahrhunderts erbaute Gebäude am Ortseingang von Moorburg könnte schon bald verschwunden sein, denn die Finanzbehörde plant seinen Abriss. „Wir haben schon so viele dieser alten Häuser verloren. Unser Ort verliert sein Gesicht“, sagt Rainer Böhrnsen. Der Moorburger schlägt Alarm, denn die Kate ist nicht nur prägend für das Ortsbild, sondern steht auch genau deshalb und weil sie die landwirtschaftliche Vergangenheit Moorburgs dokumentiert unter Denkmalschutz.
Darf ein denkmalgeschützes Gebäude überhaupt abgerissen werden? „Das geht grundsätzlich nur, wenn die Sanierung einen zu großen Verlust der originalen Bausubstanz zur Folge hätte oder aus wirtschaftlichen Gründen nicht zumutbar ist“, erklärt Kristina Sassenscheidt, Sprecherin des Denkmalschutzamts.
Laut Finanzbehörde trifft das bei der Kate zu. Es liefen bereits Gespräche mit dem Denkmalschutzamt, bestätigt Daniel Stricker, Sprecher der Finanzbehörde. „Eine Sanierung wäre genauso teuer wie ein Abriss und Neubau“, so der Sprecher. Die leerstehende Kate sei in einem sehr schlechten Zustand. Stricker gibt den ehemaligen Mietern die Schuld – ihr Mietvertrag endete laut Saga zum 30. Juni 2013. „Sie waren verpflichtet, die Kate unter denkmalschutzgerechten Gesichtspunkten instand zu halten. Dieser vertraglichen Verpflichtung sind sie nicht nachgekommen“, sagt der Sprecher.
Mit dieser Argumentation wolle sich die Stadt nur aus der Verantwortung stehlen, kritisiert Rainer Böhrnsen. „Man hat sozial schwache Familien mit sehr geringen Mieten hergelockt. Die waren von Anfang an mit den Auflagen der Instandsetzungsverträge überfordert“, sagt er. „Erst hat man sie benutzt und jetzt führt man sie vor. Das finde ich perfide.“
Moorburg gehört seit 1982 zum Hafenerweiterungsgebiet. Die Stadt hat einen Großteil der Häuser aufgekauft, vermietet werden sie von der städtischen Wohnunggesellschaft Saga/
GWG. Zurzeit stehen laut Angaben der Finanzbehörde 17 Häuser leer. Acht davon sollen saniert und vier wegen Unwirtschaftlichkeit abgerissen werden. Was mit den restlichen fünf Häusern passiert, ist noch offen.
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4 Kommentare
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Rainer Böhrnsen aus Moorburg | 13.08.2013 | 20:52  
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Manfred Hagel aus Harburg | 21.08.2013 | 06:22  
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Rainer Böhrnsen aus Moorburg | 21.08.2013 | 11:56  
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Manfred Hagel aus Harburg | 21.08.2013 | 23:09  
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