Moorburg bleibt Hafenerweiterungsgebiet

Ein deutliches Bekenntnis zu ihrem Heimatort demonstrieren die Bewohner dieses Hauses am Moorburger Elbdeich. (Foto: Annekatrin Buruck)

Senat stellt neuen Hafenentwicklungsplan auf: Weiter Damoklesschwert über dem Elbdorf

von Annekatrin Buruck, Moorburg
Der Hamburger Senat lässt Moorburg nicht aus seinen Fängen. In dem neuen Hafenentwicklungsplan (HEP), der bis ins Jahr 2025 reicht, sind das kleine Elbdorf sowie der Osten Francops nach wie vor als Hafenerweiterungsgebiet ausgewiesen. „Ziel des Plans ist es, den Hamburger Hafen weiterhin an der Spitze der erfolgreichsten Häfen weltweit zu halten und seine Wettbewerbs-position weiter zu verbessern“, erklärt Wirtschaftssenator Frank Horch.
Der Senat ist davon überzeugt, dass der Hafen weiter wachsen wird, und zwar kräftig. Wurden im vergangenen Jahr rund neun Millionen Standardcontainer an der Elbe umgeschlagen, sollen es im Jahr 2025 mit 25,3 Mio. fast dreimal so viele sein. Da glaubt man, auf die Flächen in Moorburg und Francop nicht verzichten zu können.
Zwar ist momentan nichts Konkretes geplant, wie Susanne Meinecke, Sprecherin der Wirtschaftsbehörde, erklärt, aber „wir müssen Flächen für die zukünftige Entwicklung und für mögliche Investoren sichern“. Dabei würden in Moorburg oder Francop nicht zwangsläufig neue Hafenbecken entstehen. „Es könnten auch Logistikbetriebe oder Umschlagflächen sein.“
Moorburg-Aktivist Rainer Böhrnsen lässt an dem neuen Hafenentwicklungsplan dagegen kein gutes Haar. „Der Hamburger Hafen wächst schon lange nicht mehr“, betont er. In den letzten Jahren sei der Hafen sogar um rund 245 Hektar geschrumpft. „Der ehemalige Fischereihafen in Altona ist heute ein Kreuzfahrt-Terminal“, zählt Böhrnsen auf. Auch die Hafen-City und der Harburger Binnenhafen seien heute kein Hafengebiet mehr. Den geplanten Umschlag von 25 Millionen Standardcontainern hält er für absurd.
Außerdem könne man Hafenbecken in großen Teilen Moorburgs und in Francop wegen des fehlenden Wasserzugangs sowieso nicht mehr bauen, und für Logistikflächen gebe es Alternativen. Böhrnsen: „So etwas gehört raus aus den Metropolen.“
Ein Umdenken des Senats hält Böhrnsen trotzdem für ausgeschlossen, auch wenn die Harburger CDU in der nächsten Bezirksversammlung fordern wird, wenigstens Moorburg West und Francop Ost aus dem Hafenerweiterungsgebiet zu entlassen. „Keine Chance“, macht da auch Susanne Meinecke klar.
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