Mit der Schutzbrille überm Reagenzglas

Hochkonzentriert und mit Begeisterung experimentieren Timon (11), Justin (10) und Arlind (9, v.l.) aus der Klasse 4b während ihres Chemiepraktikums. (Foto: Steffen Kozieraz)

Projekt „Mein erstes Chemiepraktikum“ begeistert Neu Wulmstorfer Grundschüler

von Steffen Kozieraz, Neu Wulmstorf
Mittwochs in einem Klassenraum der Grundschule an der Heide: Geschäftig hantieren Gruppen von Wissenschaftlern in weißen Kitteln mit Reagenzgläsern und Chemikalien. Über Arbeitstische gebeugt gu-cken sie hochkonzentriert durch ihre Schutzbrillen. Erst auf den zweiten Blick ist zu erkennen, dass es sich um Kinder handelt. Hier experimentieren die Schüler der 4b im Rahmen des Grundschulprojektes „Mein ers-tes Chemiepraktikum“, das von der Universität Bremen zusammen mit dem Arbeitgeberverband Chemie Nord entwickelt wurde.
Mittendrin die Initiatoren und Ideengeber Werner Gutke und Dietrich Zimmermann. „Wir möchten Kinder mit anschaulichen Experimenten an die Naturwissenschaften heranführen. Das ist wichtig, weil es in Deutschland zu wenig Ingenieure und Chemiker gibt,“ erklärt der pensionierte Diplom-Ingenieur Zimmermann, dessen Meinung nach Naturwissenschaften an deutschen Schulen zu spät vermittelt werden. Eines hat er auf jeden Fall errreicht: Die Schüler der 4b haben sich für diese Doppelstunde in ernsthafte kleine Chemiker verwandelt.
Ihr heutiger Auftrag ist Herstellung einer Feuchtigkeitscreme. Auch der elfjährige Timon ist mit Begeisterung dabei. „Das hier interessiert mich. Auch weil sowas später im Unterricht drankommt,“ sagt Timon, während er Kakaobutter, Mandelöl und Zusätze mit Hilfe von Emulgatoren vermischt. Seine Schulleiterin Ulrike Schaack-Knoop ist von der Wissensvermittlung dieser Art überzeugt und meint: „Wer schon früh Physik, Biologie und Chemie für sich entdeckt, der kann sich auch später Naturwissenschaft und Technik selbst erschließen – mit Begeis-terung und ohne Berührungsängste.“
Doch stehe und falle dieses Projekt mit dem Engagement von Lehrern und ehrenamtlichen Helfern, wie Studenten und Eltern. Und nicht zuletzt braucht es für das langfristig angelegte Lernprogramm finanzielle Mittel für Laborkittel, Schutzbrillen und einen Experimentierkasten mit den notwendigen Materialien. Die Schule am Heideweg, eine von mittlerweile 80 Grundschulen in Norddeutschland mit dem Programm „Mein erstes Chemiepraktikum“, wird dabei vom Neu Wulmstorfer Rotary Club, der Sparkasse Harburg-Buxtehude und der H.D. Bartels-Stiftung unterstützt.
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1 Kommentar
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Gafur Musliu aus Neu Wulmstorf | 16.03.2012 | 13:51  
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