Mieter werden abgezockt

In der Waschküche stehen zwei Waschmaschinen, eine Schleuder und ein Trockner. Die Geräte sowie die Mangel im Nebenraum laufen ohne Bezahlung. Die Stromkosten werden auf alle Mieter umgelegt, obwohl viele von ihnen eigene Waschmaschinen in der Wohnung haben.

Luhering 25: Hausgemeinschaft zahlt für Strom in der Waschküche, obwohl viele Mieter in der eigenen Wohnung waschen

Neuwiedenthal - Die Senioren im Daniel-Schutte-Haus, Luhering 25, haben wenig Geld. Doch sie werden zur Kasse gebeten für Dinge, die sie nicht nutzen. Der Strom in der Waschküche wird über alle Mieter abgerechnet – egal, ob sie eine eigene Waschmaschine haben oder nicht.
Maria Z. (Name der Redaktion bekannt) versteht die Welt nicht mehr: „Ich habe eine eigene Waschmaschine in meiner Wohnung. Warum soll ich für den Strom im Waschkeller zahlen, wenn ich dort nichts benutze?“
In einem Raum der Waschküche steht eine Mangel und im anderen Raum stehen zwei Waschmaschinen, ein Trock-ner und eine Schleuder. An der Wand hängen zwei Stromzähler. „Einwurf 50 Pfennig, dann Knopf drehen“ steht auf beiden Zählern. Doch seit 2002 gilt in Deutschland der Euro. Von einer Umrüstung der Zähler auf den Einwurf von Cent-Münzen ist nichts zu sehen. Fazit:Wer waschen oder mangeln möchte, kann das, ohne auch nur einen Cent ausgeben zu müssen. Die beiden Zähler funktionieren nämlich nicht.
„Hier kann man Waschen ohne Geld“, ist Maria Z. empört. „Ich habe beobachtet, wie Leute mit Tüten kommen, die prall gefüllt mit Wäsche sind. Ob die hier im Haus wohnen, weiß ich nicht. Aber sie waschen hier. Auf meine Kos-ten!“ Denn die Stromkosten für den Keller laufen über die Mieter des ganzen Hauses.
Es wird nicht nur auf Kosten der Hausgemeinschaft gewaschen. „Ich habe einen Blick in einen der Keller werfen können. Dort standen eine Gefriertruhe und vier Kühlschränke“, so Maria Z.
Zu den Vorwürfen wollte die Hausverwaltung Jacob Volckerts OHG bis Redaktionsschluss kein Statement abgeben. Doch Eckard Pahlke vom Mieterverein zu Hamburg findet klare Worte: „Die Geräte - insbesondere Trockner - verbrauchen viel Strom und auch Wasser. Nichtnutzer sollten sich weigern, anteilige Kosten zu tragen. Der Vermieter muss die individuelle Verbrauchserfassung, zum Beispiel durch Münzen - sicher stellen“, so der Erste Vorsitzende Pahlke. Gleiches gelte auch für Kühlschränke oder Gefriertruhen, die im Keller in Betrieb sind: „Entweder wird die Nutzung derartiger Einrichtungen verboten, oder der Stromverbrauch ist dem einzelnen Nutzer durch Zähler zuzuordnen“
Wenig tröstlich für Maria Z.: „Wir haben uns schon beschwert. Doch der Vermieter macht nichts.“
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