Mehr Wirtschaft, weniger Natur

Im Weiden-Wald von Altenwerder-West lebt auch der gefährdete Rotrückenwürger. (Foto: Montage: NABU/ Bonkwald/ki)

Der Wald zwischen der Straße Vollhöfener Weiden und der Alten Süderelbe
soll für ein Logistikareal verschwinden

Altenwerder – Der Hamburger Hafen soll weiter wachsen. In Altenwerder West möchte der Senat südlich des Aluminiumwerkes Flächen für Logistik zur Verfügung stellen. Dafür müssten an der Vollhöfener Weiden auf 45 Hektar rund 23.000 Bäume gefällt werden. Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) laufen Sturm gegen diese Pläne.
„Wir wollen noch mehr Logistikunternehmen am Standort Hamburg ansiedeln und den Unternehmen, die schon da sind, Erweiterungen ermöglichen“, begründet Wirtschaftssenator Frank Horch seinen Plan.

Hier brüten geschützte und gefährdete Vogelarten

Welche Unternehmen sich ansiedeln wollen, ist noch nicht ganz klar. Amazon, Hermes, Airbus und Beiersdorf haben Interesse gezeigt. Wie teuer wird es für die Stadt, die Flächen für die Unternehmen herzurichten? „Das können wir noch nicht sagen“, so Susanne Meinecke, Sprecherin der Wirtschaftsbehörde.
Gegen die Pläne der Stadt wollen Nabu und BUND nun Rechtsmittel einlegen. „Das Gebiet ist aus ökologischer Sicht so wertvoll, dass wir jetzt rechtlich gegen die Zerstörung vorgehen werden“, so der
Nabu-Vorsitzende Alexander Porschke. „Hier brüten beispielsweise die geschützten und gefährdeten Vogelarten Gelbspötter, Kleinspecht und Trauerschnäpper sowie die Rote-Liste-Arten Rauhaut- und Wasserfledermaus.“
Außerdem bezweifeln NABU und BUND, dass die Erweiterung überhaupt notwendig ist und dass es dafür keine anderen Flächen im Hafen gibt. „Für die Olympiabewerbung wäre es möglich gewesen, über 100 Hektar Hafenfläche umzuwidmen“, erinnert Porschke. „Wenn es aber um den Erhalt von Naturwerten geht, soll die Inanspruchnahme von 45 Hektar im Hafen alternativlos sein. Das überzeugt nicht.“
Dass entlang der Alten
Süderelbe ein ein circa 160 Meter breiter Streifen Wald – in etwa 8,5 Hektar – stehen bleiben soll, kann die Naturschützer auch nicht beruhigen. „Es ist beispielsweise nicht oder nur in Teilen  untersucht worden, inwiefern der Wald einen Lebensraum für Amphibien und Fledermäuse darstellt, und auch die Auswirkungen auf die Lebensgemeinschaften an und in der Alten Süderelbe wurden nicht betrachtet. Vor diesem Hintergrund lassen sich die tatsächlichen Folgen des Eingriffs in die Natur nicht seriös abschätzen“, kritisiert Manfred Braasch, Geschäftsführer des BUND Hamburg.

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Der Stadt und damit ihren Bewohnern geht es gut, wenn es der Hamburger Wirtschaft gut geht. Also nichts wie her mit der neuen Fläche für die Logis-tikbetriebe. Ist das Ihre Meinung? Oder denken Sie, der Wald muss unbedingt als Lebensraum von seltenen Tieren geschützt werden?

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