Marktbeschicker kämpfen um ihre Parkplätze

Dörte Peters muss einen großen Teil ihrer Waren im Lkw lagern. Im Laufe des Tages holt sie immer wieder Nachschub und schleppt einen der 25 Kilo schweren Kartoffelsäcke zum Stand. Wenn Peters ihren Lkw an der Seehafenbrücke parken muss, ist das nicht mehr möglich.
 
„Unsere Kunden wissen, wo sie Parken können“, sagt Rüdiger Nawrot (l.) und zeigt auf die Autos, die in zweiter Reihe vor den Fahrzeugen der Marktbeschicker stehen. Mathias Blockhaus erklärt: „Sie waren es gewohnt, hier bis 13 Uhr ohne Ticket zu parken.“ Dann ist der Wochenmarkt vorbei und die Händler fahren ihre Fahrzeuge weg.

Wochenmarkt am Sand: Händler kritisieren Pläne der Verwaltung

Lange bevor die ersten Kunden kommen, erwacht der Wochenmarkt am Sand zum Leben. Ab 5 Uhr morgens fahren die Marktbeschicker montags bis sonnabends ihre Verkaufswagen auf den Platz. Wer einen Stand hat, stellt seinen Transporter, Lkw oder Pkw für die Dauer des Marktes in den angrenzenden Parkbuchten ab und beginnt auszuladen. Jeder hat seinen Platz, alles seine Reihenfolge. So kommt sich niemand in die Quere. „Wir nennen das Händlertetris“, sagt Gurken-Verkäufer Rüdiger Nawrot schmunzelnd. Doch mit der Routine ist es bald vorbei: Ab dem 1. März dürfen die Marktbeschicker die kostenlosen Stellplätze am Sand nicht mehr benutzen.
So hat es die Harburger Verwaltung beschlossen. Sie will die 32 Parkplätze potenziellen Kunden kostenpflichtig zur Verfügung stellen und hofft so, den kränkelnden Markt zu beleben. Doch einige der Händler schlagen Alarm. Sie sind auf die Nähe ihrer Fahrzeuge zum Stand angewiesen und fürchten jetzt um ihre Existenz.
Kartoffel-Verkäuferin Dörte Peters ist eine von ihnen. „Ohne Parkplatz kann ich hier nicht arbeiten“, sagt sie. Peters braucht ihren Lkw als Lager, weil sie nur einen Teil der Kartoffeln am Stand aufbewahren kann.
Der Rest braucht Schutz vor Frost, Hitze und Regen. Zudem muss sie frische Kartoffeln regelmäßig lüften, damit sie nicht vergammeln, erklärt Peters.
Würde sie ihren Lkw, so wie es die Verwaltung will, an der Seehafenbrücke parken, müsste sie mehrmals am Tag einen zehnminütigen Fußmarsch auf sich nehmen. „Aber wer soll meine Kunden bedienen, wenn ich weg bin?“, fragt Peters, die ihren Stand alleine betreibt, verärgert. Für sie steht fest: „An dem Parkplatz hängt meine ganze Existenz.“
Auch Rüdiger Nawrot wehrt sich gegen die Pläne des Bezirks. Er verkauft eingelegte Gurken, mehrere der 30-Kilo-Fässer muss er im Auto lagern. „Am Stand ist dafür kein Platz“, erklärt Nawrot und fragt: „Wer passt auf meinen Stand auf, wenn ich Nachschub hole?“ Schon im April 2012 schickte er einen langen Brief mit vielen Bedenken und Fragen an das Bezirksamt. Auf eine Antwort wartet er bis heute vergeblich.

Das sagt das Bezirksamt:
Die Mehrheit der Marktbeschicker ist gegen eine Verlagerung der Parkplätze. Nach Angaben des Bezirksamtes haben von 42 Befragten 24 angegeben, ihre Fahrzeuge direkt vor Ort parken zu müssen ­– das sind 57 Prozent. Bei weiteren Abstimmungen waren über 70 Prozent dagegen, berichten einige Marktbeschicker. Die Verwaltung will das Vorhaben dennoch für sechs Monate versuchsweise umsetzen. Dafür können die Marktbeschickern kostenlos an der Seehafenbrücke parken. „Kostenlose Parkplätze für Marktbeschicker sind ein besonderer Service, den es in anderen Bezirken nicht gibt“, betont Bezirksamtssprecherin Petra Schulz.
Händler Mathias Blockhaus wird diesen Service nicht nutzen können. Für seine leicht verderbliche Ware sind die Parkplätze einfach zu weit entfernt, erklärt der Matjes-Verkäufer: „In meinem Wagen ist die Kühlanlage. Mein Stand muss in unmittelbarer Nähe sein, damit die Kühlkette nicht unterbrochen wird. So schreibt es das Gewerbeaufsichtsamt vor.“ Blockhaus überlegt, weiter auf dem Parkplatz am Sand zu parken und die Tickets zu zahlen. Doch auch hier zeigt sich das Bezirksamt unnachgiebig: „Der Parkplatz am Sand wird ausschließlich Kunden des Wochenmarktes und Besuchern des umliegenden Einzelhandels vorbehalten sein“, so Schulz. Wer hier ab dem 1. März länger als eine Stunde parke, begehe eine Ordnungswidrigkeit und müsse mit einem Bußgeld rechnen.
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16 Kommentare
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Manfred Hagel aus Harburg | 07.02.2013 | 20:35  
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K. Meser aus Harburg | 09.02.2013 | 09:19  
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werner gottwald aus Harburg-City | 09.02.2013 | 19:43  
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K. Meser aus Harburg | 10.02.2013 | 08:10  
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Manfred Hagel aus Harburg | 10.02.2013 | 13:42  
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Sebastian Jiske aus Heimfeld | 10.02.2013 | 14:50  
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werner gottwald aus Harburg-City | 10.02.2013 | 17:46  
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werner gottwald aus Harburg-City | 10.02.2013 | 18:31  
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Manfred Hagel aus Harburg | 10.02.2013 | 23:26  
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Herzog Otto aus Harburg | 11.02.2013 | 13:15  
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Sebastian Jiske aus Heimfeld | 11.02.2013 | 13:44  
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Manfred Hagel aus Harburg | 11.02.2013 | 22:13  
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werner gottwald aus Harburg-City | 11.02.2013 | 23:03  
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Herzog Otto aus Harburg | 12.02.2013 | 13:43  
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Manfred Hagel aus Harburg | 12.02.2013 | 20:25  
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Herzog Otto aus Harburg | 13.02.2013 | 11:22  
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