Liegen Pläne für die Röttiger Kaserne auf Eis?

Hamburg: Neugraben |

SPD will Zahl der Wohneinheiten erhöhen, um Erschließungskosten zu senken

von Marion Göhring
Was wird aus dem Gelände der ehemaligen Röttiger-Kaserne? Der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete André Trepoll fürchtet, dass der SPD-Senat die Pläne für ein hochwertiges Quartier am Rand der Fischbeker Heide verwässert und auf mehrgeschossigen Wohnungsbau setzt. „Die Finanzierung für die Erschließung der Siedlung ist auf Eis gelegt worden“, sagt Trepoll. „Das heißt nichts Gutes.“
Sollte sich Trepolls Befürchtungen bewahrheiten, würde der Fischbeker Siedlung ein ähnliches Schicksal wie jener Siedlung drohen, die zurzeit nördlich des S-Bahnhofs Neugraben unter dem Namen „Elbmosaik“ wächst. Dort war in den 80er-Jahren eine luftige „Gartenstadt Neugraben“ geplant. Angesichts der Wohnungsnot stoppte der damalige SPD-Senat aber diese Idee und plante stattdessen eine Großsiedlung mit 3.000 Wohnungen. Auch dieser Plan hatte keinen Bestand und man einigte sich schließlich auf das heutige Format.
Jetzt gibt es wieder einen Mangel an bezahlbaren Wohnungen. Er wird noch durch die Tatsache verschärft, dass in den kommenden Jahren mehrere Tausend Wohnungen im Bezirk Harburg aus der Sozialbindung fallen. Das heißt: Die Eigentümer können die Mieten kräftig anheben.
„Wir haben die Pläne nicht gestoppt“, sagt Jürgen Heimath, SPD-Fraktionschef in der Bezirksversammlung Harburg. „Wir müssen nun aber erst einmal aufräumen und die Fehler des Vorgängersenats korrigieren.“ Es habe sich nämlich herausgestellt, dass die Kosten für die Erschließung der neuen Fischbeker Siedlung viel zu hoch werden. Sie lägen bei 30.000 Euro pro Wohn-einheit. Heimath: „Das kann sich keiner leisten.“ Deshalb überlege sich der Senat jetzt, die Zahl der Wohneinheiten zu erhöhen, um die Erschließungskosten besser verteilen zu können. Die SPD schlage deshalb vor, auf den Gewerberiegel entlang der Cuxhavener Straße zu verzichten und diese Fläche für mehrgeschossigen, bezahlbaren Wohnungsbau zu nutzen.
Gesagt, aber noch lange nicht getan! Der Bebauungsplan NF66 befindet sich nach Auskunft des Bezirksamt zurzeit in der „Trägerbeteiligung“. Er wird gerade unter allen beteiligten Behörden abgestimmt. Offenbar gibt es dort ein zähes Ringen. „Die Wirtschaftsbehörde will nicht auf den Gewerberiegel verzichten“, verrät der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Thomas Voelsch.
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