Letzter Gruß vor der Abrissbirne

Ein spitzer Eckzahn, große Kulleraugen vom ganz genauen Hinsehen und darüber der Spruch: real eyes realize real lies. Übersetzt in etwa: Wer richtig hinschaut, erkennt die wirklichen Lügen. (Foto: kalhorn)

Straßenkünstler bemalten brachliegende Industriegebäude

Wilhelmsburg - Industrielandschaften, die nicht mehr genutzt werden, nur noch vor sich hingammeln: Das drückt auf die Stimmung. Nicht so in Wilhelmsburg: Dort waren junge Straßenkünstler am Werk, nutzten die Wände als Leinwand und verbreiteten so gute Laune.
Heiner Kalhorn war im April des vergangenen Jahres auf dem alten Bahngelände in Wilhelmsburg unterwegs und machte Fotos von den Grafitti. So rettete er sie vor dem Vergessen. Denn mittlerweile gibt es die Industriebrache nicht mehr: Die alten Fabrikgebäude mussten den Bauarbeiten für die neue Wilhelmsburger Reichsstraße weichen.
Kalhorns Fotos dokumentieren den Werdegang nicht mehr genutzter Industrieflächen bis zu ihrem Abriss. „Über alle Wände, Teile, Splitter und die Natur legt sich ein Hauch von farbigem Sargschmuck“, sagt Kalhorn über die Kunst an den zerfallenden Gebäuden. „So geben viele anonyme Künstler den einst so stattlichen Gewerbegebäuden, in denen so viele Menschen Arbeit fanden, einen farbigen Gruß mit auf den letzten Weg, den nun die Abrissbirne bestimmen wird.“
Die 18 großformatigen Fotos aus Wilhelmsburg stellt Kalhorn bis Mitte Juli unter dem Motto „Industriebrache – Abschiedsgrüße“ in seiner Neugrabener Schaufenstergalerie, Lütt Enn 2, aus.
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