Lesen ist der Schlüssel zur Bildung

Amina Kaufmann (9) und Dörte Wolfskämpf (64) bilden eines von derzeit 280 Lesetandems, die der Verein Leseleo vermittelt hat. (Foto: Leseleo e.V.)

Dringend gesucht: Lesepaten im Raum Süderelbe

von Steffen Kozieraz, Süderelbe
Ein Grund, warum in Deutschland so viele Schüler im Unterricht nicht mitkommen und letztlich scheitern ist oft folgender: Sie können nicht richtig lesen. Das hat auch Annegret Böhm als Lehrerin einer 3. Klasse an einer Hamburger Grundschule mit Erschrecken festgestellt. Dabei ist ihr klar geworden, dass mehr Hausaufgaben im Deutschunterricht nicht helfen würden. So gründete sie aus der Not heraus zusammen mit einigen Studenten den Verein Leseleo. Er vermittelt Lesepaten an bedürftige Kinder im Alter von vier bis elf Jahren.
Steffen Kozieraz, Süderelbe
Für eine Stunde pro Woche setzt sich ein Erwachsener ehrenamtlich in der Schule, in der Bibliothek oder auch im Elternhaus mit seinem Schützling zusammen, um gemeinsam zu lesen und auch über den
Buchinhalt zu sprechen. „Viele Kinder versuchen Wort für Wort zu entschlüsseln. Aber sie verstehen nicht, worum es in den Texten geht,“ erklärt Annegret Böhm. Vom Nutzen dieses aus Amerika stammenden Konzeptes ist die Fachfrau für Diagnos-tik und Lerntechnik überzeugt und meint: „Diese Patenschaften sind auch so effektiv, weil sie das Selbstwertgefühl des Kindes steigern und sein Interesse an Bildung fördern.“
Dass der 2009 gegründete Verein mittlerweile 280 Lesepatenschaften unterhält, zeigt wie enorm der Bedarf ist. Gerade im Raum Süderelbe, wie etwa in Neuwiedenthal, wo viele Schüler zu Hause kaum deutsch sprechen, sei der Bedarf riesig, weiß die 59-jährige Pädagogin. Leider konnte sie dort mit Leseleo bisher nur eine handvoll Lesetandems bilden, denn es herrscht ein akuter Mangel an Lesepaten im Raum Süderelbe. So sucht Leseleo jederzeit Studenten, Rentner, Erwerbstätige und gerne auch ältere Schüler, die sich eine Stunde pro Woche sozial engagieren wollen. „Ein Lesepate sollte selber gerne lesen und keine Scheu vor Kindern haben,“ fasst Böhm ihre Anforderungen an die Paten zusammen. Informationsmaterial, didaktische Hinweise und Lesestoff stellt der Verein.
Übrigens dürfen Kind und Pate frei entscheiden, was sie lesen. „Ein Kind liest gerade ein Buch über die Tiefssee und erzählte mir neulich begeistert was vom Mittelatlantischen Rücken,“ freut sich Böhm.


Kontakt Leseleo
info@leseleo.de
Tel. 657 00 95, www.leseleo.de
Interessierte Lesepaten können sich mit einem Motivationsschreiben bei Annegret Böhm bewerben.
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