„Leinenzwang auf der Hundewiese ist Quatsch“

Auf Harburger Hundewiesen wird der Leinenzwang heftig kritisiert. (Foto: pr)

Maßnahmen gegen Vogelgrippe sorgen für Diskussionen

Andreas Göhring, Hamburg-Süd – Gedrängel auf den eingezäunten Hundewiesen, gespannte bis aggressive Atmosphäre überall sonst, vor allem in den Hundeauslaufzonen ohne Zaun: Das ist die Situation in Zeiten des Influenza-A-Virus H5N8. Die Vogelgrippe sorgt in Harburg für Diskussionen. Dabei ist theoretisch alles klar: Nachdem auf dem Gelände der „Wasserkunst Kaltehofe“ weitere infizierte Vögel gefunden worden sind, gilt für weitere drei Wochen absoluter Leinenzwang für Hunde und „Ausgehverbot“ für Katzen.
Absoluter Leinenzwang? „So lange hier kein Schild hängt, dass wir unsere Hunde auch innerhalb der eingezäunten Fläche anleinen müssen, kümmert mich das nicht weiter“, sagt Corinna Venske, die ihren Pudelmischling Toxi auf der Hundewiese am Langenbeker Weg toben lässt. Andere Frauchen und Herrchen wollen sich nicht äußern, sonst gebe es noch ein Bußgeld. Ihre Position: „Leinenzwang auf der Hundewiese ist Quatsch.“ Ihre Hoffnung: Das Bezirksamt will Bußgelder nur „mit Augenmaß“ verhängen.
Den Hunden ist nichts anzumerken, sie haben zurzeit nur mehr Stress als sonst. Plötzlich tauchen unbekannte Hunde auf, jetzt sollen sie in den „Hunde-knast“ – wie ein Herrchen anmerkt. Für die „Stammkundschaft“ heißt das: Neue Rangordnungen müssen ausgeknurrt, gelegentlich durch eine Rauferei geklärt werden. Aber das gehört zu einem richtigen Hundeleben.
Wesentlich angespannter ist die Situation außerhalb der eingezäunten Auslaufzonen. Die Hundegesellschaft teilt sich in zwei Lager: Das eine hält sich an Regeln, die Tiere sind angeleint. Das andere sind die Besserwisser: „Ich hab meinen Hund im Griff“, heißt es immer wieder.
Und Volker Scharf, Herrchen von Schnauzer Fidel sagt: „Die Vogelgrippe ist ein natürlicher Ausleseprozess. Durch Leinenzwang und andere Schutzmaßnahmen sollen doch nur Massentierhaltungen geschützt werden.“ Da mache er nicht mit.
Astrid von Zweydorff ist aus Berlin zu Besuch in Hamburg – und ein wenig traurig. Ihr 14 Jahre alter Golden Retriever Ronja kann kaum noch laufen. Da hilft eine Leine auch nichts. Sie geht mit ihrem Hund am Elbstrand auf und ab: „Da habe ich alles unter Kontrolle.“
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