Leerstand in Neuenfelde: Werden 31 Häuser abgerissen?

Die Idylle trügt. In den meisten Häusern entlang der Hasselwerder Straße wohnt schon seit Jahren niemand mehr. (Foto: Annekatrin Buruck)

Finanzbehörde: Sanierung unwirtschaftlich – doch es gibt Gegenstimmen

von Annekatrin Buruck, NEUENFELDE
Die leer stehenden Häuser an der Hasselwerder Straße und im Rosengarten sollen bald der Vergangenheit angehören. Da sind sich alle Beteiligten einig. Nur was genau mit ihnen geschehen soll, darüber gehen die Meinungen auseinander.
„Von 66 Häusern werden 35 durch die Saga/GWG saniert und wieder zu Wohnzwecken hergerichtet“, erklärt Daniel Stricker, Sprecher der Finanzbehörde, der die Gebäude gehören. 1,3 Millionen Euro stünden dafür bereit. Bei weiteren 31 Häusern sei eine Sanierung wirtschaftlich nicht möglich, wie Gutachten ergeben hätten.
Die Bürgervertretung Neuenfelde/Francop/Cranz und der Arbeitskreis 3. Meile Altes Land sind teilweise anderer Meinung. „Einige Häuser ließen sich wirtschaftlich instand setzen, wenn sie an private Eigentümer verkauft würden, die dann in Eigenregie sanieren“, findet Manfred Hoffmann von der Bürgervertretung. „Formen der Eigentumsbildung sind der Errichtung und Vermietung von Wohnhäusern durch die Saga/GWG vorzuziehen“, erklärt auch Ralf-Dieter Fischer, CDU-Fraktionsvorsitzender in der Bezirksversammlung Harburg.
Verkaufen will die Stadt aber ausdrücklich nicht, wie Daniel Stricker betont. Grund ist nach wie vor die Angst vor Klagen der neuen Besitzer wegen der benachbarten Start- und Landebahn des Airbus-Werks.
Seit Anfang des Jahres ringen die Finanzbehörde, das Bezirksamt Harburg, die Saga und Vertreter der Bürger in sogenannten Dialoggesprächen um die Zukunft der Häuser. Neben dem Erhalt möglichst vieler Gebäude liegt den Bürgervertretern und Parteien auch viel daran, dass keine Baulücken entstehen, die das Ortsbild stören. „Hierüber soll mit den Bürgern noch beraten werden“, so Stricker.
Kritik an diesem Vorgehen kommt von der Bezirks-CDU. Sie bemängelt, dass Bezirksversammlung und Ausschüsse zu wenig informiert worden seien. Das nun wieder kann Daniel Stricker gar nicht verstehen. „Im Stadtplanungsausschuss waren die beteiligten Behörden für ihr transparentes Vorgehen gelobt worden. Vielleicht haben die CDU-Vertreter da ja gefehlt.“
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