Lebensraum für Frosch und Libelle

Nur wenige Tiere leben auf dem von Brennnesseln überwucherten Brachland in Neuwiedenthal. Einen Grasfrosch hat Biologin Gisela Bertram aber schon gesichtet und auch ein paar junge Erdkröten tummeln sich um den alten Entwässerungsgraben in der Mitte des mehrere hundert Meter langen Flurstücks.

Stiftung Altenwerder Ausgleich will Brachland in Neuwiedenthal wieder aufwerten

Noch wachsen nur Brennnesseln und Gestrüpp auf dem knappen Hektar Land in Neuwiedenthal, das Gisela Bertram im Auftrag der Stiftung Altenwerder Ausgleich gekauft hat. Früher grasten auf der Weide nördlich der Straße Moorburger Ring Rinder, doch seit über 20 Jahren liegt sie brach. Das soll sich nun ändern. „Ich will den alten Graben ausbaggern lassen, damit sich mehr Wasser sammelt“, erklärt Bertram und zeigt auf die zugewucherten Überreste eines Grabens, der das schmale und von Erlen gesäumte Flurstück in der Mitte teilt. Mit dem Wasser würden sich wieder mehr Frösche und Libellen dort ansiedeln, weiß die Biologin. Und Gewächse, die es feucht mögen.
„Dann wächst hier auch wieder die Sumpfdotterblume, wie auf dem Nachbargrundstück“, hofft sie. Die Pflanze mit den leuchtend gelben Blüten steht auf der roten Liste der bedrohten Arten und war auch in Altenwerder heimisch. Dort verschwanden mit dem Bau des Containerterminals Ende der 90er Jahre rund 200 Hektar wertvollen Naturraums. Als Ersatz für den verlorenen Lebensraum der Tiere und Pflanzen hat sich die 2009 gegründete Stiftung, deren Geschäftsführerin Bertram ist, zur Aufgabe gemacht, Natur an anderer Stelle aufzuwerten. Dafür stehen ihr knapp sechs Millionen Euro von der Stadt Hamburg zur Verfügung. Mit diesem Geld will die Stiftung 40 Hektar Brach- und Grünland kaufen und langfristig pflegen.
„Bisher haben wir 14 Hektar Land gekauft“, berichtet Bertram. Fünf Flächen in Wilhelmsburg, Harburg und Süderelbe sind bereits im Besitz der Stiftung. Sie zu finden und sich mit ihren Besitzern einig zu werden, sei sehr zeitaufwendig gewesen, meint Bertram. „In diesem Fall hat es fast ein Jahr gedauert“, sagt sie. Jetzt wo die Verträge unterschrieben sind, fängt für die Biologin die Arbeit erst an. „Zuerst verschaffe ich mir einen Überblick, welche Tiere und Pflanzen es hier gibt“, erklärt sie. Dafür müsse erst einmal gemäht werden. „Zurzeit ist alles überwuchert. Außerdem muss ich die Gartenabfälle entfernen lassen, die Leute hier abgeladen haben. Ich habe mich aber schon umgesehen und einen Grasfrosch entdeckt“, freut sich Bertram. Der sei zwar ein Allerweltsfrosch, doch in der Stadt habe das Patentier des Bezirks Harburg zu wenig Lebensräume.


Ausgleich für Altenwerder Grün
Die Stiftung Altenwerder Ausgleich sucht naturnahe Flächen südlich der Norderelbe, die sie unter verschiedenen Naturschutzzielen ent-
wickeln und pflegen will, um so die biologische Vielfalt zu fördern. Für den Kauf und Erhalt der Flächen stehen sechs Millionen Euro zur Verfügung. Kontakt: Geschäftsführerin Gisela Bertram, Tel. 28 00 77 32, www.stiftung-ausgleich-altenwerder.de
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