Kunst, die verbindet

Miriams (l.) und Irinas Holzfiguren stehen ab sofort auf den Schulhöfen in Fischbek und Neugraben. (Foto: as)

Projekt „Gemeinsam stark“: Stadtteilschüler stellen Kunstwerke auf Schulhöfen auf

von Anna Sosnowski

Gemeinsam stark“ – unter diesem Motto haben rund 50 Schüler der Stadtteilschule Fischbek-Falkenberg ein Jahr lang Kunstprojekte entwickelt, die jetzt die beiden Schulhöfe in Fischbek und Neugraben schmücken. Das Besondere: Unterstützung bekamen die Schüler der sechsten und elften Klassen von den Deichtorhallen und von zwei Künstlern, die ihnen dabei halfen, ihre Ideen umzusetzen. Um sich inspirieren zu lassen, besuchten die Jungen und Mädchen Ausstellungen in dem Museum. „Wir haben großes Glück, die Deichtorhallen gewonnen zu haben“, freut sich Ralf Eger.
Der Kulturagent und Theaterregisseur fördert seit zwei Jahren Kunst und Kultur an drei Schulen im Hamburger Süden (siehe Infokasten). Ziel des Kunstprojektes ist es, die Gemeinschaft an der vor drei Jahren aus der Gesamtschule Fischbek und der Schule am Falkenberg entstandenen Stadtteilschule zu stärken. „Durch das Projekt werden die Schulhöfe künstlerisch miteinander verbunden und gleichzeitig schöner und bunter gemacht“, sagt Eger.
Insgesamt sind 18 Kunstinstallationen entstanden – darunter sieben bunte Holzfiguren. Gestaltet und auf Grünflächen aufgestellt haben sie zwei Elftklässlerinnen. „Wir wollten Figuren machen, mit denen sich alle Schüler identifizieren können“, sagt Miriam (17). Und Irina (17) erklärt: „Diese hier ist rechts Hipster, links Indie und oben ein Punk.“ Eine andere der Holzfiguren hat Kopfhörer im Ohr, viele haben Spiegel anstelle eines Gesichts. „Sie stehen dafür, dass man immer man selbst bleibt, egal wie man aussieht“, sagt Irina.
Auch Lea und Kim haben mit Holz gearbeitet. Sie malten rund 50 Sprech- und Denkblasen auf Platten, und brachten sie an Zäunen und Gebäudewänden an. „Einige Sprüche sollen motivieren. Auf manchen stehen Sachen, die man in der Schule gebrauchen kann, oder einfach unnützes Wissen“, erklärt Lea. Weil die Sprechblasen Wind und Wetter ausgesetzt sind, mussten die Mädchen sie aufwendig bearbeiten. „Wir durften in der Werkstatt der Deichtorhallen arbeiten“, freut sich Lea. So viel Spaß habe das gemacht, dass die Mädchen sogar freiwillig fünf Tage ihrer Ferien dafür opferten. „Es hat sich auf jeden Fall gelohnt“, so Kim.

Das bundesweite Programm „Kulturagenten für kreative Schulen“ läuft vier Jahre lang und wird mit 20 Millionen Euro von der Kulturstiftung des Bundes und der Stiftung Mercator finanziert. Für die Stadtteilschulen Fischbek-Falkenberg und Süderelbe sowie die Goethe-Schule Harburg stehen insgesamt 160.000 Euro für Kulturprojekte zur Verfügung. Acht Kulturagenten betreuen bis zum Schujahr 2014/2015 insgesamt 24 Hamburger Schulen. Sie helfen bei der Umsetzung der Projekte und bauen Kooperationen mit kulturellen Einrichtungen auf, die die Schulen später selbst fortführen sollen.
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