Kritik reißt nicht ab

Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft des Rubbert-Gebäudes ist noch offen. (Foto: Marion Göhring)

Entscheidung über den Rewe-Einzug an der Bauernweide bleibt offen

von Marion Göhring, Neugraben
Hat sich Manfred Schulz zu früh gefreut? Nach der Informationsveranstaltung im Gymnasium Süderelbe über die Eröffnung eines Rewe-Marktes im Gebäude des Autohauses Rubbert hatte der Präsident der Bezirksversammlung Harburg frohlockt: „Das ist gut gelaufen. Erst haben sich ein paar Kritiker zu Wort gemeldet, zum Schluss hatten aber die Befürworter die Oberhand.“ Mit dieser Einschätzung war Schulz allerdings deutlich in der Minderheit.
Selbst Gerd Kruse vom Planungsbüro Elbberg musste im Stadtplanungsausschuss bei der öffentlichen Auswertung des Infoabends eingestehen, dass die Kritik an dem Projekt massiv war. Wie berichtet soll das Rubbert-Gebäude an der Ecke Cuxhavener Straße/Bauernweide umgebaut werden, so dass Rewe dort einen Vollsortiment-Lebensmittelmarkt mit einer Ladenfläche von 1.200 Quadratmetern einrichten kann. Dafür muss allerdings der Bebauungsplan geändert werden, der an dieser Stelle eigentlich keinen Einzelhandel zulässt – eine Bestimmung, die die Geschäfte im Neugrabener Zentrum schützen soll.
Auch Carl-Henning von Ladiges, Leiter des Harburger Fachamts Stadt- und Landschaftsplanung, gab zu, dass sich beim Infoabend eindeutig mehr Kritiker zu Wort gemeldet hatten. Das sei bei solchen Veranstaltungen aber immer so. „Umso mehr haben mich jene zwei, drei Bürger überrascht, die den Mut hatten, sich für das Projekt einzusetzen“, sagt von Ladiges.
Was Harburgs Chefplaner vielleicht nicht wusste: Einer der Bürger war Marion Wolkenhauer, Beisitzerin im Vorstand des SPD-Distrikts Hausbruch. Klar, dass sie ihrem Vorsitzenden Manfred Schulz beistehen wollte. Allerdings scheinen selbst in dem Distrikt die Mehrheiten nicht eindeutig zu sein. Als Schulz ein „Meinungsbild“ über das Rubbert-Projekt abfragte, sollen sich nur fünf der anwesenden Distriktskollegen dafür ausgesprochen haben, acht waren offenbar dagegen.
Das Projekt war schon zu Zeiten der schwarz-grünen Koalition von CDU-Kreischef Ralf-Dieter Fischer eingefädelt worden. Er hatte sich gefreut, dass die SPD-Fraktion zunächst auch dahinter stand. Ob dies auch in Zukunft so ist, dürfte nach dem Infoabend fraglich sein.
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