Kleine Blutsauger unterwegs

Hat ein Kind Läuse, hilft nur eine mehrfache Behandlung mit Läusemittel. Zusätzlich müssen die Läuse-Eier, sogenannte Nissen, regelmäßig rausgekämmt werden. (Foto: pr)
 
Julia Harms (l.) und Diana Liboschik ärgern sich über Läuse an der Schule Schnuckendrift.

Mütter schlagen Alarm über Läuseplage an der Schule Schnuckendrift

Sie krabbeln auf Kinderköpfen herum und sorgen für Juckreiz und viel Arbeit bei den Eltern: Läuse. Das haben Julia Harms und Diana Liboschik nun am eigenen Leib erfahren. Ihre Töchter Jueline (9) und Lisa-Marie (10) kamen Mitte April mit Kopfläusen aus der Schule. Sofort begannen die Mütter mit der wochenlangen Behandlung mit Läusemittel. Doch beruhigt sind sie nicht: „Jeden Tag, den wir unsere Töchter in die Schule schicken, haben wir Angst.“
Denn die beiden sind sicher: Kinder einer Familie, die mit der aufwendigen Behandlung überfordert ist, übertragen die Läuse weiter. „Da muss man doch was unternehmen! Es gibt genügend Stellen, die helfen können“, sagt Liboschik. „Es kann nicht sein, dass ich meiner Tochter sagen muss, mit wem sie nicht spielen darf! Kinder sollten sich frei bewegen können.“
Von der Schule fühlen sich die Mütter im Stich gelassen. „Es hieß, mehr als Merkblätter verteilen, könnte man nicht tun“, sagt Harms. „Aber auf der Arbeit bleiben wir sitzen.“ 40 Maschinen Wäsche habe sie waschen müssen, erzählt Liboschik. Kuscheltiere, Kleidung, Bettwäsche, alles musste in die Trommel. Und jeden Abend suche sie den Kopf ihrer Tochter ab, wasche und kämme ihre Haare. „Sie ist schon ganz genervt. Das greift auch die Psyche an“, sagt Liboschik.
Peter Böckstiegel, Schulleiter der Schule Schnuckendrift, versteht den Ärger der Mütter. „Die Schule hat das große Problem, dass Läuse generell ganz schnell bei Kinder auftreten können“, sagt er. Wenn das passiert, handele man sofort – so auch dieses Mal. Böckstiegel: „Wir haben die Eltern in den betroffenen Klassen informiert.“ Auch das Gesundheitsamt sei verständigt worden.
Damit sich die Plagegeister nicht weiter ausbreiten, sind jedoch die Eltern gefordert. „Lehrer dürfen nicht einfach Köpfe der Kinder absuchen“, erklärt der Schulleiter. Die Schule treffe jedoch Vorsichtsmaßnahmen. So werden Schüler angehalten, ihre Sachen am Platz zu behalten, sodass Läuse nicht von Jacke zu Jacke wandern. Vermutet man, von welchem Kind die Läuse kommen, werden die Eltern angesprochen. „Aber nicht in der Öffentlichkeit, denn dann wird die Familie abgestempelt und das geht natürlich nicht“, betont der Schulleiter. Benötigt die betroffene Familie Hilfe, stelle die Schule Kontakt zum Schularzt her. Das sei auch in diesem Fall geschehen, so Böckstiegel.


Info: So wird man Läuse wieder los!
Übertragung: Kopfläuse können weder fliegen noch springen und werden nur durch direkten Kontakt übertragen. Sie fühlen sich in der Nacken-, Ohren- und Schläfengegend am wohlsten – hier juckt es zuerst. Läuse legen täglich vier bis zehn gräuliche Eier (Nissen), die im Haar leicht zu sehen sind. Ohne Kontakt zu Menschen können sie zwei bis drei Tage überleben. Sie verstecken sich in Kopfkissen, Mützen, Kleidungsstücken, Kämmen, Kindersitzen, Fahrradhelmen und Kopfstützen – sollten sich hier Nissen finden, ist eine Behandlung nötig.
Bekämpfung: Häufiges Haarewaschen hilft nicht! Die einzige Möglichkeit die Blutsauger wieder los zu werden, ist eine Behandlung mit Läuse-Shampoos, Gels und Sprays. Nach acht Tagen muss die Behandlung wiederholt werden, denn erst dann sieht man, ob es noch Nissen gibt. Parallel zur Bahandlung muss man die Nissen mit einem bestimmten kleinen Kamm, dem Nissenkamm, entfernen. So kann auch überprüft werden, ob nach acht Tagen alle Läuse und Nissen weg sind.
Infos für Eltern: Das Faltblatt „Kopfläuse? Lieber nicht!“ des Hamburger Instituts für Hygiene und Umwelt gibt Tipps, wie man die kleinen Blutsauger los wird. Das Blatt ist in Gesundheitsämtern und bei Schulärzten erhältlich und kann auf www.hamburg.de heruntergeladen werden.
Bei Fragen kann man sich an das Institut für Hygiene und Umwelt unter Tel 428 45 79 72 oder an das Gesundheitsamt Hamburg-Harburg unter Tel 428 71-23 22 oder Tel 428 71-23 23 wenden. AS
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