Kirchentagsbesucher möbeln Katen auf

"Es macht echt Spaß", meint Flo (19).

Obdachlosenunterkünfte der Thomaskirche bekamen neuen Anstrich

Während seine Freunde beim 34. Evangelischen Kirchentag Vorträgen lauschten und „rumsaßen“, griff Alexander lieber zur Schleifmaschine. „Es ist eine coole Sache, dass man mitanpackt und nicht nur in der Theorie sagt: ,ich will helfen’. So oft habe ich das noch nicht gemacht“, sagt der 19-Jährige. Gemeinsam mit 13 anderen jungen Frauen und Männern verbringt er einen Nachmittag in Hausbruch, um den beiden Katen, die auf dem Gelände der Thomaskirche stehen, einen neuen Anstrich zu verpassen. Die Gruppe Bundesfreiwilliger aus Bayern ist vergangene Woche nach Hamburg gekommen, um den Kirchentag zu besuchen.
Die Katen dienen das ganze Jahr lang als Übergangsunterkünfte für Obdachlose. Seit Mitte der 90er Jahre stehen die beiden jeweils rund 20 Quadratmeter großen Holzhäuser neben der Kirche. „Die Häuser brauchten dringend eine neue Lasur als Schutz vor der Witterung. Sie hatten schon Moos angesetzt“, erklärt Pastor Ulrich Krüger. Er hatte die Idee, sich für die Renovierungsaktion Hilfe von Kirchentagsbesuchern zu holen. „Unsere Gemeinde wollte beim Kirchentag etwas anbieten, wo was getan und nicht nur geredet wird“, sagt Krüger. Eine gute Idee, finden die jungen Helfer. „Es macht echt Spaß“, sagt Flo (19), während er auf einer Leiter steht und das grün angelaufene Holz abschleift.
In den Holzhäuschen, die über ein Schlafzimmer mit Kochnische und ein Badezimmer verfügen, haben schon viele Menschen gelebt. „Das Projekt läuft sehr gut. Wir haben viel Durchlauf“, sagt Pastor Krüger. Grund dafür sei die gute Zusammenarbeit mit einer Beratungsstelle für Obdachlose in Harburg. Denn wer bis zu einem Jahr in einer der Katen leben möchte, wird von der Einrichtung betreut. So schaffen viele den Sprung aus der Obdachlosigkeit besser. Krüger betont: „Die Leute haben hier die Ruhe und den Wohnraum, den sie brauchen, werden aber nicht alleine gelassen, sondern sofort eingebunden.“
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