Keller liefen voll, Felder überflutet

(Foto: Günter Piehl)

Estesperrwerk weiter dicht: Wasser aus der Este kann nicht in die Elbe abfließen

von Marion Göhring, Cranz
"Andrea“ hat den Cranzern Angst und Schrecken eingejagt. Das Sturmtief drückte das Wasser in die Elbmündung und ließ es bis auf mehr als zwei Meter über dem mittleren Hochwasser auflaufen. Würde das beschädigte Estesperrwerk der Flut standhalten? Es hielt, und trotzdem liefen hinterlands in der Gegend um Estebrügge Keller voll und Obstanbauflächen wurden überflutet.
Die Flut kam – für viele Experten nicht überraschend – nämlich von hinten. Die Este, durch die starken Regenfälle in den vergangenen Wochen ohnehin stark angeschwollen, konnte wegen der geschlossenen Fluttore am Estesperrwerk nicht in die Elbe abfließen. Karin Lengenfelder, Sprecherin der Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA): „Wir konnten das intakte Tor nicht öffnen. Wegen des hohen Wasserstands in der Elbe hätte das Wasser aus der Este nicht abfließen können.“ Erst nachts um vier Uhr, als der Pegel in der Elbe wieder viel, öffnete HPA das Außentor am Estesperrwerk.
Jürgen Holländer, Einsatzleiter der Feuerwehr in Estebrügge, schätzt die Lage anders ein: „Das Problem ist, dass bei Ebbe das Wasser aus der Este wegen des defekten Tores nicht abfließen kann. Das staut sich dann auf.“ HPA müsse nun endlich „in die Puschen kommen“ und das Sperrwerk reparieren.
Warum sich das innere Tor am Sperrwerk am 8. Dezember verkantet und dabei auch die 520 Tonnen schwere Brücke angehoben hatte, ist immer noch nicht geklärt. Vermutlich war beim Schließen des Tores ein größerer Gegenstand im Weg. Da das aber nicht sicher ist und die Schadensursache nicht geklärt ist, will HPA der Sache auf den Grund gehen. Lengenfelder: „Sonst besteht die Gefahr, dass auch noch das Außentor beschädigt ist.“ Die Brücke über das Sperrwerk ist jetzt erst einmal bis Sonntag, 15. Januar, gesperrt. Ob sie dann wieder für den Verkehr freigegeben wird, steht noch in den Sternen.
Die Cranzer lässt dieser Zustand keine Ruhe, sie wollen sich jetzt mit Experten treffen und beraten, was zu tun ist. Auch in Buxtehude werden sich jetzt wieder die Köpfe heiß geredet. Seit Jahren ist der Flutschutz dort umstritten, Experten hatten exakt vor den Ereignissen gewarnt, die „Andrea“ ausgelöst hat.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.