Keine Wohnunterkunft auf Waldfrieden-Wiese

Die Proteste hatten Erfolg: Die Waldfriedenwiese ist gerettet. (Foto: Leinberger)

Harburger SPD und CDU beschließen 13-Punkte-Programm zur Unterbringung
von Flüchtlingen – Unterkunft Aschenland I auf fünf Jahre begrenzt

Andreas Göhring, Neugraben - Das soll nun also der große Wurf sein: SPD und CDU haben in der Bezirksversammlung ein 13-Punkte-Programm zur Unterbringung von Flüchtlingen im Bezirk Harburg durchgesetzt und hoffen nun angesichts von immer lautender werdenden Protesten und einem drohenden Volksentscheid ein wenig Druck aus dem Kessel zu nehmen.
Für den Bereich Süderelbe bringt das Programm keine wesentlichen Änderungen, dafür ist die Verkleinerung der bisher mit 3.000 Plätzen geplanten Folgeeinrichtung Aschenland II auf maximal 1.400 Plätze nun beschlossene Sache. Neu ist, dass sie auf höchstens zehn Jahre befristet ist, die Unterkunft Aschenland I direkt daneben sogar auf nur fünf Jahre. Neu ist auch der Ausschluss von weiteren Unterkünften in den Stadtteilen Hausbruch und Neugraben-Fischbek. Ja, und es wird auch ausdrücklich erwähnt, dass die Waldfriedenwiese am Ende des Falkenbergwegs „dauerhaft“ zurückgestellt wurde.

Ökologischer Wert der Wiese gering

Darüber freut sich die Initiative „Rettet den Waldfrieden“. Jetzt will sie mehr. Initiativensprecherin Silke Ottow: „Als die Wiese als Hundelauffläche ausgewiesen wurde, nahm man sie extra aus dem Naturschutzgebiet heraus. Wir wollen, dass das zurückgenommen wird.“ Allerdings hatte CDU-Fraktionschef Ralf-Dieter Fischer im Sommer 2015 eine Kleine Anfrage eingereicht, um Auskunft über den ökologischen Wert der Wiese zu erhalten.
Die Antworten müssen für die Initiative enttäuschend gewesen sein. Die Umweltbehörde stellte nämlich fest: Die Wiese ist durch intensive Nutzung zum „Mesophilen Gründland“ geworden, also nicht mehr schützenswert. Wie auch immer: Eine Unterkunft für Flüchtlinge wird dort nicht gebaut.
Das Programm birgt noch eine weitere gute Nachricht für den Bereich Süderelbe: Sollte eines Tages der Zustrom an Füchtlingen nachlassen, wird die Erstaufnahme im ehemaligen OBI-Baumarkt als erste geräumt.
Britta Herrmann, Fraktionschefin der Grünen, kann sich mit dem Programm nicht anfreunden: „Wir erfahren nicht, warum nun plötzlich die Standorte Rönneburger Stieg und Elfenwiese geeignet sein sollen, die Waldfriedenwiese aber nicht.“
Klare Antwort von Fischer: „Weil in Neugraben eine Initiative darum gekämpft hat.“
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