Keine Besserung: Striepenweg ist zugeparkt

Parkende Autos entlang des Kantsteins. Ein Wagen sogar noch halb in der Kreuzung. Aber im P+R-Haus ist es leer (kl. Foto).

Und im P+R-Haus Neuwiedenthal gähnt die Leere

Neuwiedenthal - Ein ganz gewöhnlicher Donnerstagmorgen, doch die Anwohner des Striepenweges bekommen die Krise. Sie finden keinen Parkplatz. Das Parkhaus ist leer, während die Autos am Straßenrand dicht an dicht parken – und nur so gerade mal die Kreuzungen frei lassen.

Wie sieht es rund um das P+R-Haus in Neuwiedenthal aus?
Katastrophal! „Hier bekommt man keinen einzigen Parkplatz mehr. Und es ist erst 9.30 Uhr. Früher war hier in der Straße nichts los“, ist Michaela C. erbost (Name der Redaktion bekannt).

Und zur gleichen Zeit im Parkhaus?
Gähnende Leere, wo früher die Autos dicht an dicht standen. Nur die untersten drei der insgesamt sechs Ebenen sind sporadisch belegt. Die Anzeige, auf welchem Deck noch wie viele Parkplätze frei sind, ist ausgeschaltet.

Warum?
Seit fünf Monaten muss man für das Parken zahlen. Zwei Euro pro Tag, 20 Euro pro Monat, 200 Euro pro Jahr. Übrigens: Im P+R-Haus dürfen nur HVV-Nutzer ihre Autos parken. Wer kein HVV-Ticket hat, muss sich pro Tag eins für zwei Euro zusätzlich zu den Parkgebühren kaufen.

Wie schätzt P+R die Situation ein?
„Auch nach unserem Eindruck ist die Belegung dort nach der Entgelteinführung spürbar zurückgegangen“, sagt Heino Vahldieck, Geschaftsführer von P+R. Damit rechnete P+R. Weil die Autofahrer „erfolgreich versuchen, einen Parkplatz am Straßenrand in der Nähe der Haltestelle zu finden“, so Vahldieck. Im Klartext: P+R nahm die chaotische Parksituation in den Straßen rund um ihr Parkhaus billigend in Kauf.

Ist Besserung in Sicht?
Falls ja, dann nicht so schnell. So lange es legale Parkplätze in der Nähe des P+R-Hauses gibt, werden die Autofahrer versuchen, dort ihre Wagen abzustellen. Vielleicht treibt das Winterwetter ja den ein oder anderen Autofahrer (zurück) ins Parkhaus.

Nimmt P+R trotzdem Geld ein?
Ja, und nicht zu knapp. In 15 Hamburger P+R-Anlagen muss man zahlen. „Die Einnahmen bewegen sich mit circa 100.000 Euro pro Monat im oberen Bereich des Erwarteten“, so Vahldieck.

Was passiert mit dem Geld?
Die Anlagen sollen davon unterhalten und der Standard verbessert werden. Es wird jedenfalls kein jährliches Defizit in Höhe mehrer Hunderttausend Euro geben, die der Steuerzahler tragen müsste.

Infos:
Das erste P+R-Haus wurde im November 1963 in Hamburg eröffnet. Bis 1971 wurde das anfängliche Angebot von 800 Stellplätzen auf knapp 5.000 Plätze erweitert.
Heute gibt es 9.300 Parkplätze hamburgweit, davon verfügt Neuwiedenthal über 221 und Neugraben über 855 Plätze.
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