Kein Puff an der Cuxe

In das Gebäude des Autohauses Rubbert wird kein Bordell einziehen dürfen. Ein neuer Mieter für das erste Stockwerk steht jedoch bereits fest. „Mrs. Sporty“, ein Fitnessstudio nur für Frauen, öffnet hier voraussichtlich im August seine Türen. (Foto: Karin Istel)

Politik einig: Ins Autohaus Rubbert soll kein Rotlichtbetrieb

Die Harburger Bezirkspolitiker von SPD, CDU, Grünen und Linken einig: An der Cuxhavener Straße 355 soll kein Sauna-Club mit Sado-Maso-Bereich einziehen. Noch verkauft Inhaber Thorsten Rubbert in dem Gebäude Autos. Am 18. Juni stellte er beim Bezirksamt jedoch einen Antrag für einen Bordellbetrieb, denn ein Investor aus dem Rotlichtmilieu hat Interesse an dem Gebäude. Vergangene Woche haben die Harburger Bezirkspolitiker versucht, dem ein Riegel vorzuschieben, indem sie eine Änderung des Bebauungsplans Neugraben-Fischbek 55 auf den Weg gebracht haben, die Bordelle und bordellartige Betriebe an dem Standort verbietet.
Die Änderung ist mit den Stimmen der SPD, Linken und Grünen verabschiedet worden, die CDU habe sich wegen einer reinen Formsache „nicht an der Abstimmung beteiligt“, wie der Harburger CDU-Chef Ralf Dieter Fischer betont. Aber: „Wir sind ganz klar gegen Rotlicht an dem Standort und im gesamten Neugrabener Ortskern.“
Zudem kritisiert Fischer, dass die SPD und die Verwaltung keine öffentliche Plandis-kussion wollen und damit jegliche Beteiligung der Bürger von vornherein ausschließen. „Das liegt nur an der Bequemlichkeit der Verwaltung. Dabei muss es bei einer Änderung des B-Plans eine öffentliche Plandiskussion geben. Das sieht der Gesetzgeber so vor.“ Ronald Preuß (GAL) schlägt in die gleiche Kerbe: „Bürgerbeteiligung und Transparenz scheinen bei dem gutsherrlichen Regierungsstil der Sozialdemokraten keine Rolle zu spielen.“
SPD-Chef Jürgen Heimath wehrt die Vorwürfe als absurd und haltlos ab. Es habe schon in der Bezirksversammlung Ende April einen breiten Konsens gegen das Bordell gegeben, jetzt sei es an der Zeit gewesen, Beschlüsse folgen zu lassen. „Wir sind gehalten, nicht nur Lippenbekenntnisse abzugeben, sondern auch zu handeln“, betont Heimath.
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