Kein Kahlschlag auf dem Kasernengelände

Im Zuge der Abrissarbeiten sind bereits 600 Bäume der Kettensäge zum Opfer gefallen.

Kampfmittelsondierung in der Röttiger Kaserne: Neue Methode soll Natur schonen

Diese Nachricht löste eine Protestwelle aus: Die Finanzbehörde plant auf der Suche nach Kampfmitteln potenziell alle auf dem Gelände der Röttiger Kaserne stehenden 2.100 Bäume fällen zu lassen. Jetzt können Naturschützer, Anwohner und Bezirkspolitiker aufatmen: Henning Tants, Vorstandssprecher der Sprinkenhof AG, die alle städtischen Immobilien verwaltet, gibt Entwarnung. „Wir werden ein neues Verfahren einsetzen, mit dem man unter die Wurzeln gu-cken kann, ohne Bäume fällen zu müssen“, so Tants. Erst wenn Kampfmittel im Boden entdeckt würden, müsse ein Baum der dort wächst, dran glauben.
Die neue Sondierungsmethode müsse jedoch erst Mal getestet werden. Damit soll in den nächsten Wochen begonnen werden. Die Methode habe noch einen weiteren entscheidenden Vorteil, so Tants. „Wir können damit Munition von einfachem Metallschrott unterscheiden“, erklärt er. Auf dem verlassenen Kasernengelände liegen vermutlich keine Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg, sondern hauptsächlich Überbleibsel aus der Zeit, als hier das Militär noch Einsätze übte. Dass so einiges unter der Erde schlummern könnte, zeigt die Sondierung der Lettow-Vorbeck Kaserne in Wandsbek. „Dort haben wir unter anderem über 500 Kilo Munition und 64 Handgranaten gefunden“, berichtet Tants.
Die Suche nach Kampfmitteln ist notwendig, weil auf dem Gelände ein neues Wohngebiet entstehen soll. Dabei soll auch ein Waldstück am Rand des Gebietes sondiert werden, das nicht bebaut wird. „Mir ist jeder Baum lieb und teuer, aber die Sicherheit geht vor“, betont Bezirksamtsleiter Thomas Völsch (SPD). „Wir können nicht riskieren, dass sich womöglich in zehn Jahren hier Kinder beim Buddeln in der Erde an der Munition verletzen.“
Die Bebauung der Röttiger Kaserne sorgt bereits seit Monaten für Kritik, nachdem der SPD-geführte Bezirk die Zahl der geplanten Wohneinheiten von 450 auf rund 770 angehoben hat. Dagegen wird zurzeit ein Bürgerbegehren geplant, das von der Harburger CDU unterstützt wird.
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