Kein Geld für Eltern-Kind-Zentrum

Nach Informationen von Treeske Fischer möchte die Kita der Cornelius-Gemeinde ein Eltern-Kind-Zentrum einrichten. (Foto: Marion Göhring)

SPD stoppt Pläne für neue Einrichtung in Sandbek

von Marion Göhring, Fischbek
In der Sandbek-Siedlung wird es vorerst kein Eltern-Kind-Zentrum geben. Die SPD-Fraktion hat in der Bezirksversammlung Harburg jegliche Unterstützung für den erklärten Wunsch der Kindertagesstätte an der Cornelius-Gemeinde im Fischbeker Weg verweigert. Die CDU-Bezirksabgeordnete Treeske Fischer kann sich darüber nur wundern: „Die Eltern-Kind-Zentren haben sich bestens bewährt.“ Zudem habe die Bezirksversammlung schon mehrmals einer Liste zugestimmt, in der der Standort in der Sandbek-Siedlung besonders empfohlen wird.
In Hamburg gibt es zurzeit 37 Eltern-Kind-Zentren, davon fünf im Bezirk Harburg – und zwar an der Lühmannstraße in Eißendorf, an der Eddelbüttelstraße im Phoenix-Viertel, am Stubbenhof in Neuwiedenthal, am Liedenkummer Bogen in Neuenfelde und in der Kita An der Falkenbek in Fischbek. Bevorzugte Standorte sind Stadtteile mit einem hohen Anteil von Hartz-IV-Empfängern und Menschen mit Migrationshintergrund.
Das Angebot der Zentren richtet sich an Eltern mit Kindern unter drei Jahren. Ohne bürokratische Hürden können sie dort Hilfe in Erziehungsfragen bekommen, außerdem gibt es Informationen über Bildungs- und Beratungsangebote. Das Angebot ist für die Eltern kostenlos.
Vor allem aber sind die Eltern-Kind-Zentren zu beliebten Treffpunkten für Mütter, Väter und Kinder aus dem Quartier geworden. Das stellt auch eine ausführliche Untersuchung heraus, die von der Sozialbehörde in Auftrag gegeben worden war. Eltern tauschen dort nicht nur Erfahrungen aus, sie bekommen auch fachkundige Anregungen für entwicklungs- und sprachanregendes Spielen mit ihren Kindern.
Trotz allem konnte sich Trees-ke Fischer mit ihrem Antrag für ein Eltern-Kind-Zentrum in Sandbek nicht durchsetzen. Der SPD-Abgeordnete Jan-Philip Schucher machte es ganz kurz: „Da ist nichts geplant, also lehnen wir diesen Antrag ab.“ Nicht nur bei der CDU war man nach dieser schroffen Begründung entsetzt. Offenbar regte sich bei einigen SPD-Abgeordneten das schlechte Gewissen, nach Ende der Sitzung warben sie um Verständnis: „Wahrscheinlich haben es noch nicht alle begriffen: Wir müssen sparen, sparen und nochmals sparen.“
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