Kein Elbwasser für Vattenfall

Vattenfall darf nicht wie geplant 64 Kubikliter Wasser pro Sekunde aus der Süderelbe pumpen, um es für die Kühlung des Steinkohlekraftwerks Moorburg zu benutzen. (Foto: Foto: pr)

Oberverwaltungsgericht verbietet, Wasser aus der Elbe für Durchlaufkühlung zu nutzen

Das Oberverwaltungsgericht hat entschieden: Vattenfall darf für das Kühlsystem des Kohlekraftwerks Moorburg kein Wasser aus der Elbe entnehmen. Damit hat das Gericht die Plänen des Energiekonzerns zunichte gemacht, 64.000 Liter – das entspricht etwa 450 Badewannenfüllungen – pro Sekunde aus der Elbe zu pumpen, um es für die Durchlaufkühlung des Kraftwerks zu nutzen und dann erwärmt wieder in die Elbe zu leiten. Dagegen hatte der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) erfolgreich geklagt. „Dies ist ein großer Tag für den Gewässerschutz an der Tiede-elbe“, freute sich BUND-Geschäftsführer Manfred Braasch.
Der BUND hatte befürchtet, das erwärmte Elbwasser werde die Fischfauna schädigen, Kleinstorganismen abtöten und die Sauerstoffsituation der Tiedeelbe weiter verschärfen.
Die Entscheidung des Gerichts hat weitreichende Konsequenzen für den Betrieb des noch im Bau befindlichen Kraftwerks. So muss das Kraftwerk nun durchgehend mit einem Hybridkühlturm gekühlt werden. Dieser war vor zwei Jahren nachträglich in die Planung des Kraftwerks aufgenommen worden, um strenge wasserrechtliche Auflagen zu erfüllen. Auch hier wird Elbwasser genutzt – pro Sekunde werden 1.000 Liter in den Turm gepumpt, jedoch wird das Wasser nicht wieder in die Elbe eingeleitet, sondern verdampft. Bisher ist geplant worden, den Kühlturm gelegentlich einzusetzen, um zu bestimmten Zeiten eine zu starke Belastung der Elbe zu vermeiden – etwa im Sommer, wenn das Flusswasser bereits erwärmt und sauerstoffarm ist.
Für den Dauerbetrieb des Kühlturms benötigt Vattenfall nun mehr Strom als geplant. Weil hier etwa drei Prozent der im Jahr produzierten elf Terawatt Strom verbraucht werden, sinkt die Wirtschaftlichkeit des Kraftwerks. Gleichzeitig verringert sich der Wirkungsgrad von 46,5 Prozent auf 45 Prozent, das heißt, bei der Verbrennung der gleichen Menge Kohle produziert das Kraftwerk weniger Energie und mehr Abwärme. „Moorburg bleibt trotzdem eines der effizientesten Steinkohlekraftwerke in Deutschland“, sagt Vattenfall-Sprecher Stefan Kleimeier.
Nach mehreren Verzögerungen – zuletzt musste fehlerhafter Stahl im Kessel ausgetauscht werden – soll das Kraftwerk nun Anfang 2014 ans Netz gehen. Durch den notwendigen Austausch sind die Baukosten zuletzt um 200 Millionen auf 2,8 Milliarden Euro gestiegen. Ursprünglich sollte das Kraftwerk 1,7 Milliarden kosten und 2012 ans Netz gehen.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.