Kein Auftrag, kein Käufer

Zurzeit wird auf der Sietas Werft das Windkraft- Errichterschiff für das niederländische Unternehmen Van Oord gebaut. Doch ohne neue Aufträge könnten die Maschinen schon im März still stehen.

Nur noch Arbeit bis Ende Februar – 400 Beschäftigte bangen auf der Sietas Werft um ihre Jobs

Noch herrscht Vollbeschäftigung auf der Sietas Werft. Während die 400 Werftarbeiter unter Hochdruck ein Windkraft-Errichterschiff für das Wasserbau-Unternehmen Van Oord fertigstellen, laufen die Maschinen auf Hochtouren. Doch genug Arbeit gibt es nur bis Ende Februar. Ein neuer Auftrag sollte ein weiteres Jahr Arbeit sichern. Doch Van Oord will kein zweites Errichterschiff in Auftrag geben. Der Grund: Das Schiff sollte beim Bau des Windparks „Hohe See“ eingesetzt werden, doch das Projekt liegt auf Eis. Als Folge sind die seit sechs Monaten laufenden Verkaufsverhandlungen mit dem niederländischen Investor VeKa vorerst gescheitet. Denn eine Werft ohne Aufträge will das Unternehmen nicht kaufen.
Seitdem Sietas vergangenen November Insolvenz angemeldet hat, bangen die Werftarbeiter um ihre Jobs. „Wir sind arg frustriert. Alle haben gehofft, dass das zweite Schiff für Van Oord kommt“, sagt Torsten Rohde. Der 56-jährige Betriebsschlosser aus Tötensen ist seit 23 Jahren im Unternehmen und will so lange wie möglich zu Sietas halten. „Viele gute Fachkräfte verlassen die Firma. Wer eine Familie hat, braucht einfach Planungssicherheit“, meint er. Auch Odette Hiraldo (25) hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, ihren Job zu behalten. „Wir haben alle Angst um unsere Existenz. Durch die ewige Ungewissheit sind die Leute irgendwann fertig mit den Nerven“, sagt die alleinerziehende Mutter aus Neu Wulmstorf.
Diszipliniert gearbeitet werde dennoch, meint Betriebsrat Peter Bökler. „Den Mitarbeitern ist klar, dass wir nur mit einem guten Produkt überleben können. Aber die Hoffnung schrumpft von Monat zu Monat.“
Fest steht bereits, dass mindestens 100 Werftarbeiter ab März ihren Job verlieren. Denn auch VeKa hätte die Werft nur mit 300 Beschäftigten weitergeführt. So viele sind nötig, um das zweite Errichterschiff fertigzustellen. Jetzt steht die Zukunft der gesamten Belegschaft auf dem Spiel. Sollte die Werft sich keinen weiteren Auftrag sichern können, droht ab März Kurzarbeit oder sogar die Kündigung.
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