Karkmess – Sonnenwende der Fischer

Auch um 1870 machten sich die Frauen schon fein. Wenn es zum Feiern ging, zogen sie ihre Ausgehtracht an. (Foto: Kulturkreis Finkenwerder)

Seit über 150 Jahren ist das Fest in Finkenwerder DAS Event des Jahres

Finkenwerder - Der Name Finkwarder Karkmess ist irritierend. Die „Kirchmesse“, wie das beliebte Volksfest auf Hochdeutsch heißt, hat keinesfalls etwas mit dem jährlichen Gedenktag der Kirchenweihe zu tun. Vielmehr markierte die Karkmess im harten Jahresablauf der Fischer ein Fest zur Sonnenwende: Die Fischer waren Anfang Juni zwischen der Schollen- und der Seezungen- Fangsaison mit ihren Schiffen im Hafen und gönnten sich eine kurze Ruhepause bei der Familie. Dann ging es wieder hinaus auf See.
„Die Karkmess war DAS gesellschaftliche Ereignis in Finkenwerder“, sagt Organisator Thorben Gust über die Bedeutung des Festes für die Elbinsel. „In der Zeit um die Sonnenwende war der Wechsel für die Fischer vom Schollen- zum Seezungenfang. Letztere brachten zwar mehr ein, waren aber auch schwerer zu transportieren“, ergänzt Mit-Organisator Lars Brandt.
Der bekannte Finkenwerder Heimatdichter Gorch Fock (Johann Kinau) hat seine Erinnerungen an diese Zeit so formuliert:
„Vor Karkmeß werden in kurzen Reisen nur Schollen gefangen, die lebend an den Markt gebracht werden: Nach Karkmeß geht es auf die Zungen los, die auf Eis gepackt werden. Da sind die Reisen länger und mühseliger, und das Geld hat nicht mehr den hellen Klang der Schollentaler.“
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