Kampf gegen Müll am Deich

Seit Jahren kämpft André Holst mit bloßen Händen gegen die Vermüllung des Neuenfelder Fährdeichs. Nun hofft er, dass mit dem Papierkorb der Stadtreinigung zukünftig weniger Unrat den Deich vor seiner Haustür verschandelt. (Foto: Steffen Kozieraz)

Neuenfelder Anwohner macht Druck, Stadtreinigung will neuen Papierkorb aufstellen lassen

von Steffen Kozieraz, Neuenfelde
Jede Woche sammelt André Holst den Müll vom Neuenfelder Fährdeich, der direkt vor seinem Wohnhaus entlangführt. Vor Kurzem war der Neuenfelder dabei doppelt sauer. Zum einen auf die Passanten, die vom öffentlichen Weg auf der Deichkrone achtlos ihren Unrat den Hang hinabwerfen, zum anderen auf die Stadtreinigung Hamburg (SRH). Denn bei deren Hotline „Saubere Stadt“ hatte der 32-jährige Koch um einem roten Papierkorb für den Fährdeich gebeten und wurde mit einer Standardantwort abgespeist: „Die meinten dort, die Stadt habe kein Geld. Und wenn sie hier einen Papierkorb aufstellen, dann müssen sie woanders einen abbauen,“ so Holst.
Auch der Neuenfelder Lokalpolitiker Günter Piehl (SPD) findet, dass die Stadtreinigung hier einen ihrer roten Papierkörbe aufstellen sollte. „Muss man denn für jeden Papierkorb erst einen Antrag in der Bezirksversammlung stellen?“ fragte sich der Bezirksabgeordnete.
„Nein muss man nicht!“, heißt es, als das Wochenblatt bei der Stadtreinigung nachfragt. „Wenn die Herren Holst und Piehl meinen, dass durch die Aufstellung eines Papierkorbes dauerhaft mehr Sauberkeit zu erzielen ist, unterstützt die Stadtreinigung Hamburg dieses Vorhaben gerne“, erklärt Sprecher Reinhard Fiedler. Der Neuenfelder Fährdeich bekommt also zwischen den Hausnummern 147 und 177 einen Papierkorb.
Doch nimmt die Vermüllung des Deiches dadurch ab? André Holst hofft, dass der Müllbehälter nun auch genutzt wird. Die Stadtreinigung will ein Auge darauf haben, denn schließlich wird sie für den Neuzugang in Neuenfelde nun einen der knapp 9.000 roten Behälter irgendwo anders in Hamburg abbauen. Dazu Reinhard Fiedler: „Wir schichten den Bestand dauernd um. Wenn wir sehen, dass Papierkörbe leer sind, werden sie woanders aufgestellt.“ Er würde gerne mehr Behälter anbringen, doch seien die Mittel begrenzt.
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