Kahrs ging, Neubauer soll kommen

Der 30-jährige Ralf Neubauer, Vorsitzender der SPD Finkenwerder, soll die Nachfolge von Johannes Kahrs im Jugendhilfeausschuss Mitte antreten. (Foto: Foto: pr)

Finkenwerder soll Vorsitzender im Jugendhilfeausschuss werden

von A. Buruck, Finkenwerder
Großer Karrieresprung für Ralf Neubauer: Der SPD-Ortsvorsitzende aus Finkenwerder soll die Nachfolge des zurückgetretenen Johannes Kahrs im Jugendhilfeausschuss des Bezirks Hamburg-Mitte antreten. Am 23. Februar will die SPD-Fraktion den 30-jährigen Rechtsreferendar zuerst als neues Mitglied für den Ausschuss vorschlagen; in der Sitzung am 19. März soll er dann nach dem Willen seiner Parteifreunde auch den Ausschuss-Vorsitz übernehmen. Einen Gegenkandidaten gibt es bis jetzt nicht.
Johannes Kahrs war nach 18 Jahren von diesem Posten zu-
rückgetreten, nachdem die elfjährige Chantal aus Wilhelmsburg nach einer Methadon-Vergiftung im Haus ihrer drogensüchtigen Pflegeeltern gestorben war. Der Skandal hatte zuerst die Leiterin des Jugendamts Hamburg-Mitte und dann auch Bezirksamtschef Markus Schreiber das Amt gekostet.
Für den Juristen Ralf Neubauer ist die Jugendhilfe thematisches Neuland. „Ich glaube, man sucht einen Kandidaten, der nicht betriebsblind ist und sozusagen von außen auf die Sache draufguckt“, mutmaßt er. Gleichzeitig braucht man einen Vorsitzenden, der sich in der Verwaltung und in den politischen Prozessen auskennt, „und keine Angst vor Gesetzen und Beamten hat, wie mir jemand sagte“, schmunzelt Neubauer.
Seinen Vorgänger Johannes Kahrs kennt er seit elf Jahren. Zwischen August 2004 und Februar 2008 war er für ihn als studentischer Mitarbeiter tätig. Mit der Diskussion, ob er nur „Gefolgsmann“ von Kahrs ist oder nicht, kann Neubauer nichts anfangen. „So etwas passt in eine Monarchie, nicht in eine Demokratie“, findet er.
Dass der Vorsitz des 37-köpfigen Ausschusses ihm einiges abverlangen wird, ist ihm klar. „Das ist zur jetzigen Zeit ein schweres Amt“, weiß Neubauer. Als erstes möchte er dafür sorgen, dass die Strukturen des Jugendamts ganz genau unter die Lupe genommen werden. Wichtig ist ihm aber auch, wieder Ruhe in die Arbeit hineinzubringen. „Auf keinen Fall darf es jetzt ein Parteien-Hick-Hack geben“, fordert er.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.