Je verrückter, desto besser

Fotokünstlerin Petra Wlosik ist für jede verrückte Idee zu haben. Pudelmischling Hobbit assistiert ihr dabei seit 17 Jahren.

Wochenblatt-Serie: Künstler aus Süderelbe: Vorgestellt: Fotokünstlerin Petra Wlosik arbeitet in Moorburg

In Petra Wlosiks Fotostudio geht es geschäftig zu. Während die Fotografin Lampen ausrichtet und Objektive wechselt, wartet ein Modell geduldig auf seinen Einsatz. Umso ungeduldiger sind Wlosiks Hunde. Pudel-Mischling Hobbit und Collie-Mischling Luna streifen durch den großen und mit allerlei Requisiten und Kleidungsstücken vollgestopften Raum, immer auf der Suche nach einer Streicheleinheit. „Hobbit ist schon seit 17 Jahren in meinem Chaos dabei“, sagt die 50-Jährige mit einem liebevollen Blick auf den treuen Gefährten.
Wlosik kam vor vier Jahren nach Moorburg, vor zwei zog sie mit ihrem Studio in die alte Schule, den Sitz des Kulturvereins Elbdeich. Dort macht sie Auftragsarbeiten, meist Porträt- oder Aktaufnahmen. Doch nach rund 30 Berufsjahren hat die Fotografin mit Gesellenbrief an der reinen Fotografie nur noch wenig Inte-resse. „Ich will Illusionen schaffen“, sagt sie. Dabei setzt Wlosik am liebsten ausgefallene Ideen um. So kommt es schon mal vor, dass sie ihr Modell als Mary Poppins verkleidet und in der Stadt nach passenden Schauplätzen sucht. „Solange ich denken kann, sind verrückte Sachen mein Ding“, meint sie schmunzelnd.
Das gilt auch für ihr zweites Standbein: die künstlerische Fotografie. Sie entsteht am Computer. Wlosik, die sich als Fotokünstlerin versteht, erklärt: „Ich fotografiere viel im Hafen. Dann nehme ich eine Textur als Hintergrund, zum Beispiel eine Häuserwand, und baue Elemente rein.“ Für diese Hamburg-Collagen und andere Arbeiten durchfors-tet sie zudem regelmäßig ihr großes Fotoarchiv und lässt sich von der Bilderflut inspirieren.
Von ihrer Vorliebe für Verrück-tes zeugt auch ihr neuestes Projekt: Dafür begibt sich die Künstlerin als Clown „Hans Albern“ verkleidet mit einer Freundin auf Streifzüge durch die Stadt. An interessanten Orten, die noch nicht abgegrast sind, schießt das Duo Bilder, die es für eine Stadtführer-Serie nutzen will. „Das sollen kleine Bücher im CD-Cover-Format werden. Zum Beispiel ,Hans Albern zeigt St. Pauli’“, erklärt Wlosik. Die Idee sei ihnen auf dem Hans-Albers-Platz gekommen, deshalb der Clownsname. Auch Moorburg und den Süderelberaum wollen die beiden auf diese Art noch erkunden.



Ausstellung
Am Sonntag, 6. November, zeigt Petra Wlosik gemeinsam mit anderen Moorburger Künstlern ihre Arbeiten im Rahmen der Kulturtage Süder-elbe im Kulturzentrum Elbdeich. Die Gruppenausstellung „Ein Fisch ohne Fahrrad ist wie eine Frau ohne Mann“ ist von 14 bis 18 Uhr in der Pausenhalle der alten Grundschule und im Café Lehrerzimmer zu sehen. Ort: Moorburger Elbdeich 249.
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