Insolvente Sietas Werft kostet Hamburg 17,4 Millionen

Zurzeit herrscht auf der Sietas Werft Vollbeschäftigung. Nach mehreren Entlassungswellen sind noch 400 Arbeiter übrig – ihre Jobs zu sichern ist Ziel des Insolvenzverwalters.

Stadt bürgte für Kredite der Neuenfelder Traditionswerft – nach der Insolvenz muss der Steuerzahler einspringen

Mit einer Bürgschaft von 34 Millionen Euro half die Stadt Hamburg der 2009 ins Straucheln geratenen Sietas Werf, einen Kredit zu bekommen. Damals sollte die Werft vor einer Insolvenz bewahrt werden – es standen 940 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Genützt hat es wenig, denn im November 2011 war Deutschlands ältester Schiffsbauer trotzdem zahlungsunfähig und damit nicht mehr in der Lage, die Kredite bei der HSH Nordbank zurückzuzahlen. Hamburg muss einspringen und haftet laut der Senatsantwort auf eine Anfrage der Grünen voraussichtlich mit 17,4 Millionen Euro. Bis der genaue Betrag feststeht, könnten noch Jahre vergehen, heißt es aus der Wirtschaftsbehörde.
Der Verkauf der insolventen Traditionswerft wird vermutlich nicht mehr lange auf sich warten lassen. Wie bereits berichtet, hatte Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann Ende Juni einen Käufer gefunden. Zurzeit laufen die Schlussverhandlungen mit der niederländischen VeKa Gruppe. Dabei ist es Ziel von Brinkmann, möglichst viele Arbeitsplätze zu sichern. Genug zu tun gebe es für die verbliebenen 400 Werftarbeiter. „Zurzeit besteht auf der Sietas Werft Vollbeschäftigung“, sagt Brinkmann. Zuletzt wurde der Saugbagger „Eke Möbius“ nach einem Jahr Bauzeit an seinen neuen Besitzer, die Joseph Möbius Bau-GmbH, übergeben. Ein Windkraft-Errichterschiff ist in Bau, über den Bau eines zweiten werde zurzeit „aussichtsreich verhandelt“.
Sollte es dennoch zu Kündigungen kommen, will der neue Eigentümer der ehemals zur Sietas Gruppe gehörenden Norderwerft bis zu 40 Sietas-Werftarbeiter einstellen. Bereits im August gelang es Brinkmann, den Verkauf der Werft an die Bremer Lürssen Gruppe abzuschließen. Die hatte alle 94 Mitarbeiter übernommen und wird das Unternehmen zukünftig als „Norderwerft Repair GmbH“ führen.
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