„Ich wollte doch nur freundlich sein“

Vorsicht, wenn man auf offener Straße nach Kleingeld gefragt wird. Bei der Suche nach Münzen den Geldbeutel möglichst so halten, dass kein Fremder hineingreifen kann.

84-jähriger Rentner will einem Fremden 20 Cent zum Telefonieren geben – und wird bestohlen

Neugraben - Gerhard S. (Name der Redaktion bekannt) ist sauer – auf sich selbst. Er fiel auf einen Trickbetrüger in Neuwiedenthal herein. Am helllichten Vormittag.

Was ist passiert?
„Ich holte am Automaten in der Galeria 200 Euro: drei 50er, zwei 20er und einen Zehner. Dabei muss ich wohl beobachtet worden sein“, vermutet der 84-Jährige. „Dann ging ich noch zum Bäcker gegenüber, kaufte ein. Anschließend machte ich mich auf den Heimweg. Als ich am Rehrstieg auf Höhe der Feuerwache war, kam mir ein Mann im Laufschritt entgegen. Ich kannte ihn nicht. Er sprach mich an, da blieb ich stehen.“

Und dann?
„Er sprach nur gebrochen Deutsch, hielt mir sein Zwei-Euro-Stück unter die Nase und sagte, er muss telefonieren. Dazu braucht er 20 Cent. Ich wollte freundlich sein, holte mein Portemonnaie raus, machte es auf und suchte nach Kleingeld.
Der Mann steckte seine Finger immer wieder in meinen Geldbeutel und wühlte nach einem 20-Cent-Stück. Ich habe ihn immer wieder weggeschubst und gesagt: Finger weg! Das ist mein Hoheitsgebiet!
Doch der Mann lies sich nicht beirren, nahm ein 20-Cent-Stück aus dem Geldbeutel und schmiss ein Zwei-Euro-Stück hinein. Kam mir ja schon alles seltsam vor, aber ich freute mich auch über den Tausch. Der Fremde verabschiedete sich und lief in Richtung Cuxhavener Straße, ich ging weiter nach Hause.
Dort erlebte ich eine böse Überraschung: die drei 50-Euro-Scheine waren weg. Die muss mir der Fremde wohl aus dem Geldbeutel gestohlen haben, als er in den Münzen rumwühlte.“

Haben Sie die Polizei alarmiert?
Ja, ich habe Anzeige erstattet.

Wie sah der Mann aus?
„Er war zwischen 50 und 65 Jahre alt, kräftig, etwa 1,75 Meter groß, hatte dichtes, grau-melliertes Haar und trug eine hellbeige Jacke und schwarzen Hosen. Mir fiel auf, dass er abgearbeitete Hände hatte.“

Was sagt die Polizei?
Gerhard Stolberg, Bürgernaher Beamter (Bünabe) in Neuwiedenthal und Seniorenberater des Polizeikommissariats 47 (PK 47) gibt Tipps: „Man sollte nur so viel Geld mitnehmen, wie man wirklich braucht. Es empfiehlt sich außerdem, auch ein kleines Portemonnaie nur mit Kleingeld bei sich zu haben. Wird man angesprochen, kann man daraus die Münzen heraus suchen. Generell sollte man den Geldbeutel nie unbeobachtet lassen, auch nicht beim Einkaufen.“
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