„Ich steh vorne, ganz im Wind“

Keine Zeit für lange Pausen. Gleich nach dem Interview geht die Arbeit für André Trepoll weiter. CDU-Fraktionschef ist ein gut bezahlter Vollzeitjob.

Interview mit André Trepoll, Vorsitzender der CDU-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft

Süderelbe – André Trepoll ist „der“ Gegenspieler von Olaf Scholz. Das bringt sein Job als Vorsitzender der CDU-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft mit sich. Gerade erst wurde der Volljurist aus dem Wahlkreis Süderelbe einstimmig im Amt bestätigt. Seit der Wahl vor einem guten Jahr ist sein Arbeitsort das Hamburger Rathaus. Wie hat sich sein Alltag verändert? Was sind seine politischen Ziele? Das Elbe Wochenblatt hat den Politiker zum Interview in dessen Büro getroffen.

Hat Harburg jetzt mehr Gewicht, weil mit Ihnen ein Harburger Oppositionsführer ist?
Trepoll: „Als Oppositionsführer stehe ich natürlich vorne, ganz im Wind. Dass ich aus Harburg komme, kann dabei nicht schaden! Ich bin in Neugraben aufgewachsen, in Heimfeld aufs Gymnasium gegangen, spielte beim TV Fischbek Handball und wohne jetzt in Eißendorf. Da kennt man die Gegend. Es ist schon was anderes, ob man über Großraumsiedlungen diskutiert oder selbst einschätzen kann, was dies vor Ort bewirkt.“

Apropos Großraumsiedlung: Ist Hamburg mit der Unterbringung von Flüchtlingen überfordert?
Trepoll: „Auf jeden Fall ist der rot-grüne Senat damit erkennbar überfordert. Die Entscheidung zu Massenunterkünften war und ist falsch. Diese Großsiedlungen sind integrationsfeindlich und greifen massiv in die soziale Struktur der betroffenen Stadtteile ein. Es drohen Parallelgesellschaften. Keine andere Stadt außer Hamburg geht diesen Weg. Deshalb unterstützen wir auch die Ziele der Volksinitiative. Es ist jetzt Aufgabe der Politik alles dafür zu tun, dass in diesem Jahr deutlich weniger Flüchtlinge zu uns kommen. Gleichzeitig muss die Integration der hier ankommenden Flüchtlinge, die eine Bleibeperspektive haben,  sofort in Angriff genommen werden. Es muss allen klar sein: Es darf keinen Rabatt auf unsere Werte geben. Wer ein Problem mit dem Rechtsstaat hat, der muss halt wieder gehen.“

Laut Umfragen rangiert die CDU Hamburg aktuell weiterhin unter 20 Prozent. Wieso geht es nicht bergauf? Mit welchen Themen wollen Sie bei den Bürgern punkten?
Trepoll: „Wir müssen Vertrauen zurückgewinnen. Das geht nicht von heute auf morgen. Unsere Aufgabe ist es, Schwächen von Rot-Grün klar zu benennen. Dazu gehören zum Beispiel die Massenunterkünfte für Flüchtlinge, die Hafenkrise oder der neue Rekord bei Straftaten. Da haben uns die Hamburger auf ihrer Seite.“

Wie wirkt sich Ihr Amt auf Ihr Familienleben aus?
Trepoll: „Fraktionsvorsitzender zu sein, ist natürlich schon eine neue Herausforderung, insbesondere als Familienvater mit zwei kleinen Kindern. Meine knappe Freizeit nutze ich daher auch voll für die Familie. Mit meiner Frau mal ins Kino zu gehen, ist derzeit Luxus.“
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