„Ich bin ein Dreckschwein“

Wolfram Erwin H. wurde verurteilt, weil er zwei Kleinkinder sexuell miss-braucht und gequält hat. Foto: ha (Foto: Christoph Hasemann)

Reue und keine Vorstrafen: Mildes Urteil für Sandbeker Wolfram Erwin H.

von Christoph Hasemann
Landgericht Hamburg, Saal 309: Mit gesenktem Blick wartet Wolfram Erwin H. auf sein Urteil. Der Sandbeker hat gestanden, ein Baby und ein Kleinkind sexuell missbraucht zu haben. Eines der Kinder hat er zudem wiederholt brutal gequält. Dafür verurteilt das Gericht den 56-jährige Familienvater zu fünf Jahren und sechs Monaten Haft. Die Tat schockierte auch hartgesottene Beobachter. Denn H. hat sich bei seinen grausamen Taten gefilmt, und die Aufnahmen wurden im Gericht gezeigt.
Eigentlich sollte H. nur ab und zu auf den Sohn einer guten Freundin aufpassen. Doch während die ahnungslose Mutter Einkäufe erledigte, misshandelte er den Jungen. Er goss dem Einjährigen aus Harburg, der noch nicht einmal laufen konnte, Zitronensaft in den Mund, schlug, würgte und trat ihn, einmal missbrauchte er ihn sexuell. Eine Misshandlung kommentiert er auf dem Video: „So sieht Justin (Name geändert) aus, wenn ich ihn ordentlich geschlagen habe.“
Auch ein Mädchen, das gerade erst sechs Monate alt war, missbrauchte er sexuell. H. gibt zu, dass er während der Tat mit der Mutter des Babys telefoniert und ihr versichert habe, mit ihrem Kind sei alles in Ordnung.
Für diese Taten hatte der Staatsanwalt sechseinhalb Jahre Haft und anschließende Sicherungsverwahrung gefordert. Das milde Urteil begründet der Richter damit, dass H. nicht vorbestraft sei und seine Taten von Anfang an gestanden und ernsthaft bereut habe. Er glaubt H., dass dies „keine Show fürs Gericht“ war. Auf die Frage nach dem Grund für seine Taten antwortet H.: „Weil ich ein Dreckschwein bin.“ Als bei der Urteilsverkündung die grausamen Details verlesen werden, weint der Angeklagte. Ein Gutachter hat bei dem Mann Pädophilie mit sadistischen Neigungen festgestellt. H. will eine Therapie beginnen.
Sein Verteidiger spricht von „einem Urteil mit sehr viel Augenmaß“. Einer der ermittelnden Polizeibeamten sieht das anders. Nach der Begründung, warum H. nicht in Sicherungsverwahrung kommt, verlässt er kopfschüttelnd den Zuschauerraum.
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