„Ich bekam die Post der Nachbarn“

Ein seltener Anblick für die Bewohner des Budjadinger Weges: Ein prall gefülltes Postfahrrad. Doch wenn die Post denn schon mal kommt, wird sie in die falschen Briefkästen verteilt.

Wenn es schon mal Post in Finkenwerder gibt, dann landet sie auch noch in den falschen Briefkästen

Finkenwerder - Keine Post in Finkenwerder. Nach der Geschichte, dass im Finks- und Focksweg kaum Post verteilt wird, standen in der Redaktion die Telefone nicht mehr still. Reihenweise beschwerten sich Finkenwerder Bürger über die mangelnde Postzustellung in „ihrer“ Straße. So auch Anwohner im Butjadinger Weg.

Wie viele Briefträger gibt es?
Finkenwerder ist ungefähr 20 Quadratkilometer groß und hat um die 11.600 Einwohner. 13 Briefträger stellen hier die Post zu.

Wo gibt´s auch kaum Post?
„Ich wohne im Butjadinger Weg. Hier gibt es auch nur zweimal die Woche Post. Ich habe das Gefühl, die sammeln die Post. Wenn´s dort dann überläuft, wird die Post verteilt“, ist Corinna W. (Name der Redaktion bekannt) empört.

Von wo aus wird die Post verteilt?
Martin Grundler, Sprecher der Post: „Vom Zustellstützpunkt in Finkenwerder. Zuvor wird die Post im Briefzentrum Harburg sortiert.“

Was ist los im Butjadinger Weg?
„Meine wöchentliche TV-Zeitschrift bekomme nur alle 14 Tage. Dann wird sie mit all der anderen Post in den Briefkasten gestopft, und ich bekomme sie nur mit Gewalt raus. Die Zeitung ist dann natürlich zerrissen.
Und die Briefe scheinen nach Belieben in die Briefkästen gesteckt zu werden. Ich bekam die Post der Nachbarn. Dann haben wir Nachbarn untereinander die Post ausgetauscht. Darunter waren auch Briefe mit Kontoauszügen oder einmal sogar mit einer Scheckkarte.“

Wo kann man sich beschweren?
„Bestimmt nicht im DHL-Shop am Köhlfleet Hauptdeich. Ich bekam gesagt: Wenn ihnen das nicht passt, müssen sie die Post selbst austragen“, erinnert sich die Finkenwerderin. Martin Grundler weist auf das Beschwerdetelefon hin. „Die Deutsche Post betreibt ein bundesweit erreichbares Kundentelefon.“ Da kann Corinna W. nur müde lächeln. „Ich habe da angerufen. Da erreicht man doch keinen Menschen, nur einen Automaten. Die sabbeln und sabbeln, und dann heißt es: Bitte, rufen sie uns später an.“ Dem widerspricht Grundler energisch: „Selbstverständlich sind am Kundentelefon Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erreichen.“
Und was ist im Finks- und Focksweg los?
Dort hat sich mittlerweile die Postzustellung anscheinend ein wenig verbessert. Mal sehen, wie lange es so bleibt.
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