Hurra, die Frösche kommen!

Gisela Bertram freut sich, dass Frösche den frisch ausgehobenen Graben gefunden haben.

Stiftung Altenwerder Ausgleich siedelt Amphibien auf Neuwiedenthaler Brachland an

„Es hat geklappt!“, freut sich Gisela Bertram. Acht Ballen Froschlaich hat die Biologin in dem kleinen Graben gezählt, den sie im Februar ausheben ließ. Mit der Maßnahme wollte die Geschäftsführerin der Stiftung Altenwerder Ausgleich dafür sorgen, dass sich wieder Amphibien auf der Brachfläche in Neuwiedenthal ansiedeln, die sie im vergangenen Jahr für ihre Stiftung gekauft hat. Aufgabe der Stiftung ist es, Natur südlich der Elbe aufzuwerten – als Ersatz für 200 Hektar wertvollen Naturraum, der mit dem Bau des Containerterminals in Altenwerder Ende der 90er Jahre verschwand.
„Am Laich kann man erkennen, dass es Grasfrösche werden“, erklärt Bertram und zeigt auf die durchsichtigen Kügelchen mit den kleinen schwarzen Punkten in ihrem Inneren, die sie mit einem Plastikeimer aus dem Graben gefischt hat. Die Naturschützerin freut sich besonders darüber, dass sich diese bedrohte Amphibienart, der in der Großstadt zunehmend die Lebensräume fehlen, hier angesiedelt hat. Zudem ist der Grasfrosch seit 2008 das Patentier des Bezirks Harburg.
Doch auf dem Brachland sollen nicht nur bald Frösche quaken. Damit sich auf dem fruchtbaren Torfboden rechts und links des Grabens wieder Pflanzen ansiedeln können, ließ Bertram die komplett von Brennnesseln zugewucherte Fläche als erstes mähen. „Brennnesseln ersticken alle anderen Pflanzen unter sich“, erklärt sie. „Jetzt können hier Sumpfpflanzen wachsen, die feuchte Standorte mögen. Die sind in Hamburg seltener geworden.“ Noch ist das knapp ein
Hektar große Stück Land recht kahl, doch das wird sich im Laufe des Sommers ändern. „Ich hoffe, dass dann Frösche und Libellen es noch attraktiver finden als jetzt“, sagt die Biologin.
Sie hat noch einen weiteren Grund zur Freude: Vor Kurzem konnte Bertram in Neuwiedenthal weiteres Brachland für ihre Stiftung erwerben. Die neue Fläche liegt nur einen Kilometer vom ersten Standort entfernt und ist vergleichbar groß. „Damit haben wir insgesamt 20 Hektar Land zusammen. Das ist Halbzeit“, freut sich Bertram. Insgesamt plant sie rund 40 Hektar Brach- und Grünland zu kaufen und langfristig zu pflegen. Dafür stehen der Stiftung Altenwerder Ausgleich knapp sechs Millionen Euro von der Stadt Hamburg zur Verfügung. Eine Million Euro sind bereits für Flächen in Wilhelmsburg, Harburg und Süderelbe und die dort benötigten Maßnahmen ausgegeben worden.


Ausgleich für Altenwerder Grün
Die Stiftung Altenwerder Ausgleich sucht naturnahe Flächen südlich der Norderelbe, die sie unter verschiedenen Naturschutzzielen ent-
wickeln und pflegen will, um so die biologische Vielfalt zu fördern. Kontakt: Geschäftsführerin Gisela Bertram, Tel. 28 00 77 32, www.stiftung-ausgleich-altenwerder.de
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