Hunderte von Schollen in allen Größen

Zur 775-Jahrfeier hat Brigitte Brauer große Jubiläumsschollen getöpfert. (Foto: Annekatrin Buruck)
Hamburg: Finkenwerder |

Vorgestellt: Brigitte Brauer töpfert Finkenwerder Motive

von Annekatrin Buruck
Gemalt hat sie schon immer gern, aber auf die Idee, vielleicht Kunst zu studieren, ist sie nie gekommen. „Ich stamme aus einer kleinen Arbeiterfamilie, da war der Gedanke völlig abwegig“, erzählt Brigitte Brauer (64) die als Vierjährige nach Finkenwerder gekommen ist.
Stattdessen wurde sie Lehrerin, gab ihren Beruf aber auf, als die Kinder kamen und widmete sich der Kunst – so gut, wie Zeit und Platz es zuließen. „Zuerst habe ich sehr kleine Bilder gemalt, mit feinem Pinsel“, erinnert sie sich. Die Motive stammten überwiegend aus Finkenwerder. „Es waren Heimwehbilder“, erzählt Brigitte Brauer, die mit ihrem Mann von 1972 bis 1977 in Borgfelde gewohnt hat. „Das war mir aber zu viel Stadt“, ergänzt sie.
1977 kauften die Brauers das Haus am Brack, wo sie heute noch wohnen. „Dort konnte ich auch größere Bilder malen“, erzählt sie, denn sie durfte ein Zimmer unter dem Dach bei ihrer Nachbarin benutzen.
Anfang der 90er Jahre entdeck-te sie ihre Liebe zum Kunsthandwerk. „Nach der Wende hat man in Spielzeugfabriken in Thüringen Rezepte für Pappmaché gefunden“, erinnert sich Brigitte Brauer. Sie begann also Puppenköpfe aus Knetmasse zu modellieren und mit deren Hilfe Gipsformen herzustellen. Mit flüssigem Pappmaché hat sie dann Köpfe, Arme und Beine der Puppen gegossen, die Körper aus Stoff genäht. „Dann habe ich für die Puppen Kleider und Schuhe sowie Perücken hergestellt.“
1996 hat Brigitte Brauer ihre kleine Werkstatt am Auedeich 11 gekauft und konnte sich endlich einen Herzenswunsch erfüllen: Einen eigenen Brennofen. Seitdem hat sie sich überwiegend aufs Töpfern spezialisiert. Tonfiguren, Schmuckfliesen, Schalen, Vasen und Trinkbecher – und immer wieder Finkenwerder Motive entstehen unter ihren geschickten Händen. „Finkenwerder Schollen in allen Größen habe ich zu Hunderten gemacht“, schmunzelt sie. Zur 775-Jahrfeier hat sie einige in Lebensgröße mit Jubiläumsaufschrift getöpfert.
Im Moment jedoch ist Saison für Engel aller Art: Zum Aufhängen oder als Figur mit Kerze. Die verkauft Brigitte Brauer dann auf Weihnachtsmärkten.
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