Hundehalter fordern Freilauffläche

Zurzeit können Janina und Mattias Sibilas Labrador-Retriever Spike (6) und Pfegehund Jack (4) nur auf der Wiese eines Bekannten frei herumtollen. Das Ehepaar setzt sich dafür ein, dass es bald eine Fläche in Neu Wulmstorf gibt, auf der Hunde auch in der Brut- und Setzzeit von der Leine gelassen werden können. „Wir sind schon durch das deutsche Tierschutzgesetz verpflichtet, unserem Hund regelmäßig Kontakt zu Artgenossen und Auslauf im Freien zu gewähren“, sagt Mattias Sibila.

Neu Wulmstorfer Ehepaar startet große Unterschriftenaktion und findet auf Anhieb 300 Mitstreiter!

In rasendem Tempo tobt Spike über die Wiese, doch wenn Mattias Sibila „Bleibt!“ ruft, gehorcht der Labrador-Retriever aufs Wort. Frei rumlaufen ist für das energiegeladene Tier zurzeit ein seltenes Vergnügen, denn vom 1. April bis zum 15. Juli, der Brut- und Setzzeit der Vögel, herrscht in der freien Natur Leinenzwang. Sibila macht sich Sorgen um seinen Vierbeiner: „Spike dreieinhalb Monate an der Leine zu führen geht nicht, der dreht durch“, ist er sich sicher.
Das Problem: In Neu Wulmstorf gibt es keine ganzjährigen Hundefreilaufflächen wie im benachbarten Neuwiedenthal oder Heimfeld. Zudem müssen Hunde in Parks, öffentlichen Gärten, Grünflächen und öffentlichen Anlagen nach der gemeindlichen Gefahrenabwehrverordnung grundsätzlich das ganze Jahr über angeleint werden. Warum hat die Gemeindeverwaltung also bisher keine Freilaufflächen eingerichtet? „Uns ist kein konkreter Bedarf bekannt“, heißt es auf Anfrage des Wochenblatts knapp.
Das sieht Sibila anders. Nach diversen Anfragen im Rathaus, beschloss er gemeinsam mit seiner Frau Janina, sich für eine solche Fläche einzusetzen. Am 16. April starteten die beiden eine Unterschriftenaktion. „In einer Woche haben wir fast 300 Unterschriften gesammelt“, freut sich der 37-Jährige. Die Listen liegen noch bis zum 1. Mai bei Neu Wulmstorfer Tierärzten und in Tiergeschäften aus. Dann will Sibila sie Bürgermeister Wolf-Egbert Rosenzweig in dessen nächs-ter Bürgersprechstunde am 9. Mai persönlich überreichen und gleichzeitig einen Antrag auf eine Hundefreilauffläche stellen.
Der wird noch eine weitere Forderung enthalten: „Wir brauchen Kotbeutelautomaten!“, sagt Sibila und fügt ärgerlich hinzu: „Für Hundehalter wird hier gar nichts gemacht, dabei zahlen wir 66 Euro Hundesteuer pro Jahr!“ Diese Tütenspender aufzustellen, sei schwierig, sagt Jörg Schröder, Vertreter des Bürgermeis-ters. „An den Orten mit starker Hundekotverschmutzung haben wir Probleme mit Vandalismus“, erklärt er. Doch wofür werden die Steuereinnahmen genutzt? Schließlich fließen bei 981 Hundehaltern mit 1.125 Tieren rund 77.000 Euro jährlich in Neu Wulmstorfs Kassen. Für allgemeine Aufwendungen der Gemeinde, erklärt Schröder, denn: „Bei Steuern gibt es im Gegensatz zu Gebühren keine direkte Gegenleistung.“ Sollte die Unterschriftenaktion zeigen, dass es großes Interesse an einer Freilauffläche gibt, werde man sich Gedanken machen, versichert er. Schröder: „Das wird von der Politik diskutiert werden müssen.“
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