Hochschwangere will aus Schimmelwohnung raus

Monika Sowa (26) ist im achten Monat schwanger. Mit Unterstützung des Mietervereins bemüht sie sich seit Monaten, dass ihre Vermieterin, die städtische Wohnungs gesellschaft Saga/GWG, den Schimmel in ihrer Wohnung nachhaltig entfernt.

Saga-Mieterin hat Angst um die Gesundheit ihres Babys und fordert eine Ersatzwohnung

Müde und sichtlich mitgenommen sitzt Monika Sowa auf ihrer Schlafcouch. Die 26-Jährige ist hochschwanger, hat bereits Frühwehen. „Eigentlich sollte ich nur liegen, sagt meine Ärztin“, erzählt sie. Doch anstatt sich zu schonen, ärgert sich die junge Frau seit Monaten mit ihrem Vermieter, der städtischen Wohnungsgesellschaft Saga/GWG, herum. Der Grund: In ihrer Ein-Zimmer-Wohnung im Wümmeweg 10 schimmelt es.
Zum Hintergrund: Im Juli 2010 zieht Sowa in die rund 30 Quadratmeter große Wohnung im Erdgeschoss des Hochhauses. Im Februar 2011 entdeckt sie Schimmelflecken an der Wand zur Nachbarwohnung, zur Küche und zum Treppenhaus und informiert sofort ihren Vermieter. „Von der Saga hieß es, ich lüfte und heize falsch“, erzählt sie. Ein aufgestelltes Messgerät beweist das Gegenteil. Die Saga handelt, bestellt einen Maler. Doch schon im November ist der Schimmel wieder da. „Der Hausmeister hat dann etwas auf die Wand gesprüht, aber der Schimmel kommt immer wieder durch“, berichtet Sowa. Sie macht sich Sorgen um ihr Baby. „Wie soll ich hier mit dem Kind wohnen? Das kann doch nicht gesund sein?“, klagt sie.
In ihrer Verzweiflung hat sich die werdende Mutter an den Mieterverein gewandt. „Wir erwarten, dass der Mieterin eine vernünftige Wohnung angeboten wird, spätestens wenn sie aus dem Krankenhaus kommt“, fordert der stellvertretende Vorsitzende Siegmund Chychla. Doch Sowa hat sich gemeinsam mit ihrem Freund, der zwischenzeitlich zu ihr gezogen ist, bereits mehrmals erfolglos für andere Saga-Wohnungen beworben. „Wir kriegen keine, weil ich mich beschwert habe“, vermutet sie und fügt empört hinzu: „Meine Sachbearbeiterin hat zu mir gesagt: ,Wenn sie zum Mieterverein rennen, sammeln sie keine Pluspunkte bei der Saga!’“
Auf Nachfrage des Wochenblatts versucht Saga-Sprecher Michael Ahrens zu beschwichtigen. Das sei keineswegs offizielle Firmenpolitik, sondern lediglich die Verfehlung einer Mitarbeiterin, „für die wir uns entschuldigen“, so Ahrens. Man habe bereits mit der Mieterin gesprochen und den Schimmel erneut entfernt. „Zeitgleich bemühen wir uns unter Hochdruck für Frau Sowa, ihren Lebenspartner und das Kind eine größere Wohnung zu finden“, verspricht Ahrens.
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
6
Jörg Scharnberg aus Hausbruch | 18.01.2012 | 18:25  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.