Hitliste der unfertigen Straßen

Und schwupps endet der Gehweg auf der Fahrbahn.
 
Wer seine Stoßdämpfer testen will, braucht nur die Straße An der Falkenbek entlang zu fahren.

Sie sollen streng nach Rangfolge hergestellt werden – Anwohner müssen zahlen

Süderelbe – Der Bezirk Harburg will insgesamt 67 Straßen fertig bauen – in Beamtendeutsch: erstmalig endgültig herstellen. Aber in welcher Reihenfolge? In der nächsten Bezirksversammlung am Dienstag, 23. Februar, legen CDU und SPD eine Liste mit den wichtigsten elf Straßen vor. Im schlimmsten Zustand ist die Wattenbergstraße in Harburg, die anderen drei liegen im Süderelbe-Raum. Bittere Pille für die Anwohner: Sie müssen zahlen.

Was bedeutet erstmalige endgültige Herstellung?
„Eine erstmalig endgültige Herstellung ist völlig unabhängig davon, ob eine Straße schon befahrbar ist“, so Daniel Stricker, Sprecher der Finanzbehörde. Im Klartext: In jeder der Straßen fehlt immer noch irgendetwas, damit sie „fertig“ ist, beispielsweise ein Gehweg oder ein nicht-befestigter Fahrbahnrand.

Gibt es eine Reihenfolge, in der die Straßen hergerichtet werden?
Bislang nicht. Die Finanzbehörde gab nur eine Liste mit Straßennamen an das Bezirksamt heraus. Wann welche Straße fertig gestellt werden sollte, war der Harburger Verwaltung überlassen.
Doch das soll sich am Dienstag ändern:  CDU und SPD wollen beschließen, dass bis zur nächsten Wahl im Jahr 2020 die marodesten Straßen im Bezirk hergerichtet werden. Das gibt den Anwohnern Planungssicherheit.

Wer bestimme die Reihenfolge der Straßen?
Intern vergab die Verwaltung Punkte:  Beispielsweise je mehr Autos dort fahren, desto höher die Punktzahl. „Wir gehen genau nach Bewertung vor“, so Ralf-Dieter Fischer, Vorsitzender der CDU-Fraktion in der Bezirksversammlung. Da dort die Große Koalition regiert, ist der Antrag schon jetzt so gut wie genehmigt.

Welche Straßen in Süderelbe sind unter den ersten zehn?
An der Falkenbek steht auf Position acht, gefolgt von Thiemannstraße und Striepentwiete.

Muss sich die Verwaltung an den Beschluss derBezirksversammlung halten?
„Ja!“, sagt Ralf-Dieter Fischer. Bettina Maak, Sprecherin des Bezirksamtes Harburg, schränkt ein: „Grundsätzlich ja. Aber, wenn beispielsweise in einer Straße ein Siel kaputt geht, dann müssen wir dort sofort handeln.“

Warum werden die Straßen gerade jetzt fertig gemacht?
Hamburgs Kassen sind leer. Hamburg möchte das Geld, das bereits in die Straßen gesteckt wurde, wiederbekommen. Bislang musste kein Anwohner oder Besitzer zahlen, da die Straßen noch nicht ganz fertig sind.

Warum müssen die Anlieger überhaupt zahlen?
Straßen werden aus Steuergeldern erschlossen und ausgebaut. Aller Steuerzahler finanzieren also etwas vor, wovon nur wenige einen Nutzen haben, nämlich die Grundbesitzer. Sie kommen so zu einem erschlossenen Grundstück.
Zehn Prozent der Gesamtkosten trägt die Stadt, da die Straßen auch der Durchgangsverkehr nutzt.

Wann gehts mit den Bauarbeiten los?
Nach dem Winter.

Infos:
Diese Straßen in Süderelbe müssen noch gemacht werden – aber sie sind in absehbarer Zeit noch nicht dran: Achtern Brack, An der Strecke, Beim Bergwerk, Domänenweg, Dritte Meile, Heidblick, Heidkrug, Im Alten Nincop, Rosengarten, Schütteneck, Ulenflucht, Waldschlucht, Wulmsberggrund, Wulmstal

Infos zu Anliegerbeiträgen gibt es unter
❱❱http://www.hamburg.de/fb/anliegerbeitraege
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.