Hier können Kinder nur im Regen spielen

Der Regenspielplatz ist ein Teil der Mehrgenerationenspielfläche am Fischbeker Holtweg/ Ostheide (oben). Die große Wasserschraube ist das Highlight des Spielplatzes. Mit ihr können Kinder das Wasser aus dem Graben nach oben pumpen. Blöd nur, wenn es meistens kein Wasser im Graben gibt. Er wird nämlich nur bei Starkregen geflutet.
 
Die große Wasserschraube in Nahaufnahme. Dreht man an der Kurbel, kann man Wasser aus dem Graben nach oben pumpen.

Der Spielplatz an der Ostheide ist ein Regenwasserspielplatz – und im Sommer kaum zu nutzen

Neugraben - Für Kinder ist er die glatte Fehlplanung: der Regenwasserspielplatz an der Ostheide. Ohne Regenwasser liegt er nämlich brach – also besonders im Sommer, wenn Kinder gern draußen spielen und mit Wasser plantschen möchten. Dann können nur die alten, aufgehübschten Spielgerätegenutzt werden.

Was ist ein Regenwasserspielplatz?
Dieser Spielplatz an der Ostheide ist deutschlandweit der erste seiner Art. Hier können Kinder herumtoben, klettern und – mit Wasser spielen! Das Besondere: „Bei Starkregen fließt überschüssiges Regenwasser aus dem Siel durch die Mulde auf dem Spielplatz zu einem dahinter liegenden Sickergraben beziehungsweise Brunnenschutzgebiet“, erklärt Ole Braukmann, Sprecher von Hamburg Wasser. Dort kann das Wasser versickern, wird wieder zu Grund- und damit Trinkwasser.

Wann ist Wasser in der Mulde?
Bei Starkregen ganz sicher. Aber das ist nicht unbedingt das ideale Wetter, um draußen zu spielen.
Doch da es immer ein wenig dauert, bis das Regenwasser abgeflossen oder verdunstet ist, steht das Wasser einige Zeit im Graben. Dann können Kinder das Wasser aus dem Graben mit einer Riesenschraube hochpumpen, künstliche Dämme anlegen oder mit dem Wasser herumpantschen. „Die Schraube ist ein Extrabonus, der vielleicht dazu führt, dass Kinder auch bei Schietwetter Lust haben, auf den Spielplatz zu gehen“, so Braukmann.
Regnet es hingegen wenig oder gar nicht – gibt es auch kein Wasser zum Spielen. Besonders in einem trockenen, heißen Sommer, wenn man um jede Abkühlung froh ist, stehen die Kinder vor einem ausge-trockneten Graben. „Tatsächlich führt der Regenspielplatz eher selten Wasser, weil ja nur bei sehr heftigen Regengüssen Wasser auf den Spielplatz fließt“, räumt Braukmann ein.

Warum gibt es den Spielplatz überhaupt?
Damit der Stadtteil bei Starkregen nicht absäuft. Durch die Mulde auf dem Spielplatz läuft nämlich Regenwasser, das aus den Stadtteilen Neugraben-Fischbek und Heimfeld kommt. „Es wird normalerweise über ein sogenanntes Regensiel abgeführt. Das Siel ist in der Vergangenheit allerdings an seine Grenzen gestoßen. Es kam deshalb zu Überflutungsschäden kommen“, so Braukmann.
Zwar hat man bereits in den 1970er Jahren das Rückhaltebecken Haferacker gebaut, das überschüssigen Regen aufnehmen soll. „Dessen Kapazität ist aber begrenzt, und eine Vergrößerung ist an dieser Stelle technisch nicht durchführbar“, so Braukmann. Also gab´s den Regenspielplatz. Kinder dürften nur mäßig erfreut sein...

Gibt es eine Alternative?
Ja, das wurde auch schon gemacht: Die Feuerwehr pumpte Wasser in die Senke auf dem Spielplatz, damit Kinder an heißen Tagen herumplantschen konnten.

Wie teuer war der Spielplatz?
Hamburg Wasser hat 125.000 Euro investiert. Der Bezirk hat die Kosten für das Aufhübschen der Spielgeräte übernommen.


Sagen Sie uns Ihre Meinung!
Der Wasserspielplatz ist der erste in Deutschland. Prima! Da wird doch mal was für die Umwelt getan. Das Wasser kann versickern und wird wieder zu Grundwasser. Ist das Ihre Meinung? Oder ist der Wasserspielplatz eine einzige Fehlinvestition? Schreiben Sie uns Ihre Meinung per E-Mail an
post@wochenbatt-redaktion.de
mit dem Betreff „Wasserspielplatz“.
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3 Kommentare
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Wolfgang Kühn aus Neugraben | 17.02.2015 | 18:01  
Karin Istel aus Neugraben | 18.02.2015 | 11:45  
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Jürgen Lohse aus Neugraben | 23.02.2015 | 22:30  
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