Hier droht der Verkehrsinfarkt

Der Laster auf der Nincoper Straße biegt links in den Marschkamper Deich ein. (Foto: rehder)

Marschkamper Deich: Immer mehr und größere Laster brettern durch Neuenfelde

- Neuenfelde - Sie ist schon eine große Versuchung für Lastwagenfahrer: die fast schnurgerade Fahrt auf dem Marschkamper Deich durch Neuenfelde. So werden auf der Nord-Süd-Strecke von oder zu Airbus oder den Hafengebieten viele Kilometer und kostbare Zeit gespart. Doch die Anwohner der Straße verzweifeln. „Der Verkehrslärm ist kaum mehr auszuhalten“, so Ernst Rehder.
Eine idyllische Dorfstraße könnte man beim Anblick der gepflegten 70 Ein- und Zweifamilienhäuser am Marschkamper Deich denken. Doch die knapp 250 Bewohner haben´s hier nicht ganz so nett wie man auf den ersten Blick meint: Täglich donnern hier an die 200 Laster entlang. „Das bedeutet: alle drei Minuten fährt ein Lkw hier entlang“, rechnet Rehder vor. Als Mitglied der Interessengemeinschaft Marschkamper Deich hat er gemeinsam mit anderen Anwohnern eine Verkehrszählung durchgeführt. „Dazu kommen noch 6.700 Pkw pro Tag. Der Straßenbelag hat schon nachgegeben. Es gibt Risse in der Straße. Und es ist laut.“
Dass Laster durch den Ort fahren, sind die Neuenfelder seit den Bauarbeiten bei Airbus gewohnt. „Damals waren die Laster nicht so lang und so groß. Für die heutigen, sehr langen Fahrzeuge ist die Straße nicht geeignet. Die großen Laster, die von der Nincoper Straße in den Marschkamper Deich einbiegen, kommen gerade mal so um die Kurve. Dann müssen sie auf dem Gehweg weiterfahren, weil die Straße einfach zu schmal ist. Genauso ist es am Nordende der Straße mit ihrer fast 90-Grad-Kurve.“
Das bringt Fußgänger und Radfahrer in Gefahr, die kaum Platz zum Ausweichen haben. „Da wundert man sich doch, warum der Marschkamper Deich eine Hauptverkehrsstraße ist“, so Rehder.
Ingo Grandel vom Amt für Verkehr und Straßenwesen begründet, warum Großraum- und Schwertransporte auf dem Marschkamper Deich fahren dürfen: „Der Straßenzug ist die einzige Nord-Süd-Verbindung zwischen dem südlichen Elbrand und der B73 (sowie zukünftig der A26) auf Hamburger Gebiet westlich der Francoper Straße.“
Ist in den nächsten Jahren Besserung der Verkehrssituation in Sicht? „Nein! Mit der Freigabe der A 26 bis zur Autobahnabfahrt Rübke werden zukünftig voraussichtlich 13.700 Fahrzeuge pro Werktag mit 880 Lkw auf den vorhandenen Straßen durch Neuenfelde unterwegs sein“, sagt Rehder wütend. „Die Schmerzgrenze der Autoverkehrsmenge ist schon heute überschritten.“
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