Heilen mit Pinsel und Farbe

Frauke Gassmann-Scholz malt abstrakte und gegenständliche Bilder. Hier: „Gib mir den Blick“ (2009). Fotos: as

Kunsttherapeutin Frauke Gassmann-Scholz malt Ölbilder mit kräftigen Farben

von Anna Sosnowski
Neugraben. Durch die drei großen Fens-ter in Frauke Gassmann-Scholz’ Atelier strahlt die Sonne. Hier, in einer von Einfamilienhäusern und Höfen gesäumten Straße am Rand von Neugraben, arbeitet die Malerin. Blickt man sich in dem großen Raum um, fällt eines sofort ins Auge: er ist – für ein Atelier – ungewöhnlich ordentlich. Pinsel und Farbtuben liegen sortiert auf einem Beistelltisch, von Farbspritzern auf dem Teppich oder den Wänden fehlt jede Spur. Die Ordnung hat einen Grund: In ihrem Atelier greift die studierte Kunsttherapeutin nicht nur zu Pinsel und Farbe, sondern empfängt auch Menschen, die ihre Hilfe suchen.
„Ich wollte schon immer gerne Kunst schaffen und mit Menschen arbeiten. So kam ich auf die Kunsttherapie“, erklärt die gebürtige Hausbrucherin. Wer zu ihr kommt, leidet oft an Erschöpfung, Burn-Out oder Depressionen. Malen helfe, sich mit inneren Prozessen auseinanderzusetzen und wieder zu sich finden, so Gassmann-Scholz.
Ihr eigenes künstlerisches Schaffen sieht die 47-Jährige als eine Form des Selbstausdrucks. „Und der Entspannung und Leidenschaft“, fügt sie hinzu. Zeit, sich aufs Malen zu konzentrieren, hat die Mutter zweier Söhne (17, 19) erst seit ein paar Jahren. „Mit kleinen Kindern ist das schwierig“, sagt sie. Während des Studiums hat Gassmann-Scholz viele Techniken gelernt, doch ihr Herz gehört der Ölmalerei. „Ich mag die Cremigkeit von Ölfarben. Außerdem fuhrwerke ich gerne in den Bildern rum. Das geht nur, weil die Farben nicht so schnell trocknen“, erklärt sie.
Gassmann-Scholz malt abstrakte und gegenständliche Bilder, hin und wieder auch Porträts. Dabei benutzt sie am liebsten kräftige Farben. Für sie sei das Malen ein „Rausch der Farben“, so die Künstlerin. Immer wieder habe sie Phasen, in denen sie zu bestimmten Farben greife. „Zurzeit sind das Blau und Grün“, sagt sie und zeigt auf ein Gemälde, das auf der Staffelei zum Trocknen steht.
Ihre erste Einzelausstellung ist bereits in trockenen Tüchern: Ab Januar zeigt die Künstlerin Ölgemälde in der Galerie am Falkenberg, Falkenbergsweg 3.
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