Havarie auf der Elbe

Steckte auf einer Sanbank fest: die MS Sandnes. (Foto: zand-vakili)

Die MS Sandnes lief am frühen Sonntagmorgen vor Blankenese auf Grund

Blankenese - Da staunten die Sonntagsspaziergänger nicht schlecht: Der Frachter MS Sandnes war am frühen Morgen im Mühlenberger Loch in Höhe des Unterfeuers vor Blankenese auf Grund gelaufen. Das 166 Meter lange Schiff kam gerade aus der Werft in Neuenfelde, wo es routinemäßig gewartet worden war.
Um 7.40 Uhr setzte die Mannschaft einen Funkspruch ab, das Schiff sei auf Grund gelaufen. Der 160 Meter lange und 24 Meter breite Massengutfrachter war noch vor der einsetzender Ebbe festgefahren.
Um von der Neuenfelder Werft in die Elbe zu kommen, musste der Frachter erst einmal das Estesperrwerk mit der Klappbrücke passieren. Dann sollte er durch die schmale, mit Bojen gekennzeichneten Fahrrinne durch das Mühlenberger Loch fahren. Doch das ging schief. Wahrscheinlich passierte beim Navigieren ein Fehler: Das Schiff lief auf Höhe des Unterfeuers Blankenese auf Grund. Nichts ging mehr.

In diesem Gebiet kommt es immer wieder zu Havarien

Glück im Unglück: Nach dem Unfall liefen glücklicherweise weder Schmier- noch Schweröl aus dem Schiff in das Süßwasserwatt Mühlenberger Loch aus. Und das Schiff war nach dem Werftaufenthalt nicht beladen, Frachtgut konnte nicht verrutschen oder auslaufen.
Gegen 19.45 Uhr konnte der Frachter bei einsetzender Flut aufgrund seines geringen Tiefgangs problemlos von der Schlickbank gezogen werden. Jetzt soll er im Hamburger Hafen auf mögliche Schäden untersucht werden.
Das war nicht das erste Schiffsunglück in diesem Gebiet: Schiffe kommen immer wieder in der schmalen Nebenfahrrine von vom Kurs ab. So lief beispielsweise im August 2012 eine Hadag-Fähre nahe der Estemündung gegenüber von Blankenese auf Grund. Das Passagierschiff war unterwegs von Blankenese nach Neuenfelde.
Erst vor drei Wochen lief die Indian Ocean auf Grund. Vor 13 Jahren saßen sogar zwei große Schiffe innerhalb weniger Tage in der Elbe fest. Ein türkischer Massengutfrachter mit 182 Meter Länge und ein 132 Meter langes Containerschiff. Beide konnten bei Flut befreit werden.
Umweltschützer warnen, dass die Gefahr für Schiffe, auf Sandbänke aufzulaufen, mir ihrer zunehmenden Größe wachse. Daran könne auch eine weitere Vertiefung der Elbe nichts ändern.
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