Hamburgerinnen sind sauer: Wir zahlen mehr als Männer!

Frauen sind wütend, sie werden abgezockt. Für Produkte, die identisch oder baugleich mit den Ausgaben für Männer sind, müssen sie als Frauen mehr zahlen. (Foto: panthermedia)

Frisuren, Kleidung, Parfüm: Bei vielen Produkten gibt es einen Frauenaufschlag bis zu 40 Prozent

Hamburg – Einkaufen ist ein teures Vergnügen, besonders für Frauen. Die pinkfarbene Lady-Version eines Rasierers kann bis zu 40 Prozent teurer sein als das baugleiche Herrenmodell in klassischem Blau. Kein Zufall, sondern bewusste Abzocke. Die für Frauen gedachte Version eines Produktes kostet fast immer mehr! Für diesen „Frauenaufschlag“ gibt es bereits einen Fachbegriff: pink tax.

Um welche Produkte geht es? Das Spektrum ist breit gefächert: Vom Einwegrasierer und Rasiergels über Parfüm, Rasierschaum, Haargel bis hin zum Kurzhaarschnitt oder der Reinigung von Blusen im Vergleich zu Hemden.

Wie hoch ist der Unterschied? Die Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) hat Anfang des Jahres in einer Studie „männliche“ und „weibliche“ Ausgaben verschiedener Produkte miteinander verglichen. „Es wird getrickst, und die Frauen werden über den Tisch gezogen“, bemängelt Armin Valet von der Verbraucherzentrale. Auch ein Friseurbesuch ist für Frauen um einiges teurer als für Männer. Verständlich beieiner aufwändigen Frisur. „Wir können aber nicht verstehen, dass Frauen für einen einfachen Kurzhaarschnitt bis zu 40 Prozent mehr zahlen sollen als Männer“, so Valet.

Warum sind „weibliche“ Versionen von Produkten teurer? Frauen sind gewillt, für Kosmetik oder Gesundheitsprodukte mehr Geld auszugeben. „Das nutzen Hersteller schamlos aus“, so Valet. „Wir fordern Hersteller und Einzelhändler auf, die Preisdiskriminierung von Frauen zu unterlassen. Denn Frauen werden mit diesen Tricks doppelt benachteiligt, weil sie darüber hinaus meist noch weniger Geld verdienen als Männer.“
Was macht die Politik gegen diese Diskriminierung? Hier in Deutschland kaum etwas. In den USA gibt es in einigen Staaten schon Gesetze gegen die „pink tax“.
Wie können Frauen sich wehren? „Preise vergleichen und einfach mal in der Männerabteilung einkaufen“, rät Valet. Das ist zwar mit Lauferei verbunden, spart aber bares Geld. Außerdem sollten sich Frauen in Drogeriemärkten nach
Produkten der jeweiligen Eigenmarke umsehen. Diese können Männer und Frauen oft gleichermaßen nutzen.

Kurzinfo:
Die Studie ist unter http://www.vzhh.de/
ernaehrung/373120/frauen-zahlen-mehr.aspx abrufbar.
Sie kennen weiter Produkte, für die Sie als Frau tiefer ins Portemonnaie greifen müssen als Männer? Dann wenden Sie sich an die Verbraucherzentrale Hamburg unter Tel. 24 83 20 oder per E-Mail an info@vzhh.de

Sie fühlen sich abgezockt?
Was haben Sie mit „weiblichen“ Versionen von Produkten erlebt? Schreiben
Sie uns Ihre Meinung: 
Elbe Wochenblatt, Stichwort „pink tax“,
Harburger Rathausstraße 40, 21073 Hamburg.
Oder eine E-Mail mit dem Betreff „pink tax“, an post@
wochenblatt-redaktion.de
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